Register der gestohlenen Ausweise geplant
Den Terror bekämpfen ohne Demokratieverlust

Beim „Internationalen Gipfeltreffen über Demokratie, Terrorismus und Sicherheit“ standen am zweiten Tag der Beratungen die Lage in Nahost und der „Krieg gegen den Terror“ im Mittelpunkt.

HB DÜSSELDORF. Auf der internationalen Anti-Terrorismus-Konferenz in Madrid haben Delegierte davor gewarnt, beim Kampf gegen den Terror die Demokratie einzuschränken. „Die demokratischen Staaten müssen den Terrorismus bekämpfen, ohne auf das zu verzichten, was sie sind - nämlich Demokratien“, sagte der frühere französische Premierminister Lionel Jospin am Mittwoch in der spanischen Hauptstadt.

Der Interpol-Experte Jean Michel Louboutin plädierte dafür, die Kontrollen an den Grenzen zu verschärfen. Interpol habe begonnen, ein Register aller gestohlenen Ausweise und Reisepässe zu erstellen.

Weltweit seien 30 Millionen Ausweispapiere als gestohlen gemeldet. Davon seien 6 Millionen im neuen Interpol-Verzeichnis gespeichert. Kolumbiens Ex-Präsident Andrés Pastrana forderte, die Terrorgruppen von ihrer Geldzufuhr abzuschneiden: „Der wichtigste Geldgeber der Terroristen ist die Drogenmafia.“

Der UN-Gesandte Terje Rod Larsen betonte, für den Nahen Osten komme in diesem Jahr der „Moment der Wahrheit“. Der frühere Chefunterhändler der Palästinenser, Erekat Saeb, rief dazu auf, den jungen Palästinensern eine neue Hoffnung zu geben. So könne verhindert werden, dass sie zu Selbstmordattentätern würden.

UN-Generalsekretär Kofi Annan traf am Mittwoch in Madrid ein. Er wollte am Abend mit dem spanischen Ministerpräsidenten José Luis Rodríguez Zapatero zusammenkommen und am Donnerstag auf der Abschlusssitzung der Terrorismus-Konferenz sprechen.

An dem Treffen nehmen 200 Experten und Politiker aus über 50 Staaten teil. Sie wollen einen internationalen Leitfaden für den Kampf gegen den Terrorismus verabschieden. Die Konferenz findet aus Anlass des Jahrestags der Attentate von Madrid statt, bei denen am 11. März vor einem Jahr 191 Menschen getötet worden waren.

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