Reise ins Einsatzgebiet
Jung zieht Konsequenzen aus Israel-Zwischenfall

Nach den Berichten über kritische Situationen zwischen israelischen und deutschen Soldaten vor der Küste des Libanon will Verteidigungsminister Franz Josef Jung nun konsequenter vorgehen. Dazu gehört auch seine für kommende Woche geplante Reise nach Israel.

HB BERLIN. Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) will angesichts der jüngsten Zwischenfälle zwischen deutschen Marine- Einheiten und der israelischen Luftwaffe im Mittelmeer die Abstimmung mit Israel verbessern. Sein israelischer Kollege Amir Perez habe darum gebeten, „dass wir bei der Kooperation mit dem Staat Israel noch zu Verbesserungen kommen“, sagte Jung der Zeitung „Die Welt“. Er werde in der kommenden Woche nach Israel reisen und darüber Gespräche führen. „Ich gehe davon aus, dass sich eine solche Situation nicht wiederholt.“

Die Deutsche Marine fährt seit dem 16. Oktober im UN-Auftrag Patrouille vor der Küste Libanons, um Waffenschmuggel zu unterbinden. Am Dienstag hatten israelische Kampfflugzeuge ein deutsches Flottendienstboot 50 Seemeilen vor der Küste überflogen. Dabei hatten sich nach Berliner Darstellung zwei Schüsse gelöst - „nicht zielgerichtet“, wie es hieß. Die israelische Armee dementierte, dass es Schüsse gegeben hat. Sie korrigierte am Freitag allerdings auch zum wiederholten Male ihre Darstellung des Hergangs.

Der Zwischenfall soll nach dem Willen der FDP nun mit Hilfe des Bildmaterials des betroffenen deutschen Schiffs aufgeklärt werden. Angesichts der zahlreichen israelischen Versionen über den Vorgang wäre dies „die einzige Möglichkeit zur Aufklärung und zur Wiedergewinnung von Vertrauen“, sagte FDP-Generalsekretär Dirk Niebel der dpa. Das Verteidigungsministerium hatte am Freitag eine Veröffentlichung der Bilder abgelehnt.

Die Liberalen hatten aus grundsätzlichen Erwägungen mehrheitlich gegen den Nahost-Einsatz der Marine gestimmt. Niebel sagte: „Der Vorgang zeigt eindeutig, dass eine direkte Konfrontation deutscher und israelischer Streitkräfte auch bei einem maritimen Einsatz jederzeit möglich ist. Der Versuch der Bundesregierung, so zu tun, als es handele sich um eine Art „Kieler Woche vor Beirut', ist auf gefährliche Weise kläglich gescheitert.“

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