Reparationsforderungen
Künast will Stiftung für griechische Opfer der NS-Zeit

Die Grünen-Politikerin Renate Künast fordert eine Stiftung für griechische Opfer der NS-Zeit. Eine solche Initiative sei rasch umsetzbar. Künast erwartet, dass die Bundesregierung „ein Zeichen setzt".
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HamburgIn der Debatte über die griechischen Reparationsforderungen an Deutschland hat die Grünen-Politikerin Renate Künast die Einrichtung einer Stiftung für griechische Opfer der Nazi-Besatzung gefordert. Sie erwarte, dass die Bundesregierung "ein Zeichen setzt und jenseits der Reparationsdebatte für noch lebende Betroffene eine finanzielle Unterstützung bereit stellt", sagte Künast am Mittwoch "Spiegel Online". Eine solche Initiative sei in wenigen Wochen umsetzbar, sagte Künast.

Künast forderte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf, sich am kommenden Montag beim Besuch des griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras in Berlin zu dem Thema zu äußern. "Die Bundesregierung wäre gut beraten, die verbale Schärfe und das Beharren auf rein rechtlicher Betrachtung endlich zu beenden", sagte Künast dem Nachrichtenportal.

Zeitgleich zu der Diskussion über Griechenlands akute Finanzprobleme hatte die neue griechische Regierung kürzlich erneut die seit langem bestehende Forderung nach deutschen Reparationen für deutsche Kriegsverbrechen im Zweiten Weltkrieg aufgebracht. Dabei geht es auch um die Rückzahlung einer damaligen Zwangsanleihe an Deutschland.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sagte am Mittwoch dazu, die Frage von Reparationen sei rechtlich und politisch abgeschlossen. Er bekräftigte damit die offizielle Haltung der Bundesregierung.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Nach einem Bericht der Welt soll der Kredit, wie vieles was aus Griechenland kommt, gar nicht existieren. Es ist bezeichnend, dass links-grüne Gutmenschen ohne weitere Prüfunfg der Fakten sofort nach der Nazikeule greifen, wohl vor allem, um sich gegenüber den nicht "so guten" Deutschen zu profilieren. Die Korruption der griechischen "Eliten" wird so sehr schnell verschleiert, ebenso wie der Vernebelung von Finanztransaktionen dieser Leute damit Vorschub geleistet wird. Wenn man aus einem Bericht der FAZ und einem Kommentar von Herrn Woffsohn in der Welt ein Resume zieht, so stellt sich auch die Frage, welche Geschäfte haben eigentlich diese griechischen "Eliten" mit den Nazis gemacht und inwieweit haben sie von der Judenverfolgung profitiert, ohne ihrerseits Entschädigungen zu leisten. Wenn man die EU als Sozialunion verstehen will, so kann ein Transfer von Sozialleistungen die Folge sein. Nur dies wäre dann eine Konsequenz europäischen Rechts, das allerdings voraussetzt, das zunächst die griechischen "Eliten", wie alle in Europa ihre Steuern zahlen und bei Korruptionsfällen straf- und zivilrechtlich zur Rechenschaft gezogen werden. Solange Griechenland hier nicht seinen rechtsstaatlichen Verpflichtungen als EU Staat nicht nachkommt, sind alle links-grünen Vorstöße eine schlichte Unverschämtheit. Sollte Griechenland tatsächlich seinen bisherigen Kurs weiterverfolgen, so müssen harte Kosequenzen gezogen werden. Die Frage lautet doch schon längst, wie lange kann die EU Partner wie Griechenland ertragen, ohne selbst nicht in ihrer Existenz zu tiefst gefährdet zu werden. Im Moment scheint aber ein gefährlicher Tumor aus Angst vor der Operation kräftig gefüttert zu werden.

  • ist aber falsch gedacht

    bin jetzt 72 Jahre alt, mei8n Vater starb 1946 am Tag vor meinem 4. Geburtstag an einem Kriegsleiden

    jetzt soll ich also, der ich den Vater durch den Krieg verloren habe, seit Ja hren nur noch zusehen kann, wie auch deutsches Geld nach G'riechenland fährt nocheinmal für evtl übrige Kriegsopfer spenden. Sollen wir noch einmal bestraft werden - wie haben doch schon zur Genüge bezahlt. Griechenland hängt doch schon lange am Tropf Europas und ohne Kanzler Kohl wären sie wahrscheinlich
    nicht einmal in die EU gekommen, wo sie ja auch gar nichts zu suchen hatten und die Aufnahmebedingungen getürkt waren und dies von höchsten Stellen akzeptiert wurde. Sind wir nicht schon genug gestraft. Beim Einkommen von Frau Künast ist es ja durchaus vorstellbar, dass Einiges übrig bleibt, was sie dann auch getrost spenden mag. Dies von der Allgemeinheit zu verlangen ist mehr als
    anmaßend

    Bi

  • Wann kommt die Stifung bzw. wird gefordert für deutsche Opfer? Sind die vergewaltigten Frauen keine Opfer,?????? Warum verlangt man von den Tätern keine Entschädigung, Bestrafung usw.??

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