Restriktive Einwanderungspolitik
Bill Gates fordert offene Türen für Ausländer

Microsoft-Gründer Bill Gates hat vor den Folgen einer versäumten Reform der amerikanischen Einwanderungspolitik gewarnt. Die USA könnten ihre ökonomische Führungsrolle verlieren, wenn dem Arbeitsmarkt fähige und innovative Menschen fehlten.

WASHINGTON. Vor dem Senatskomitee für Arbeit und Erziehung forderte Microsoft-Gründer Bill Gates eine Lockerung der amerikanischen Visabestimmungen und eine Verbesserung des Schulwesens. „Es macht keinen Sinn, den sehr gut qualifizierten Menschen, von denen viele an US-Universitäten ausgebildet wurden, zu sagen, dass sie nicht willkommen sind.“ Diese Leute würden nach Indien und China abwandern, prophezeite Gates, obwohl sie eigentlich in den USA gebraucht würden.

Es ist nicht das erste Mal, dass Gates auf diese Probleme hinweist. Der Unternehmer prangert seit Jahren die Schwächen des amerikanischen Bildungssystems an. Alleine 30 Prozent der Neuntklässler, die in dieser Jahrgangsstufe einen Schulabschluss machen sollten, schafften dies nicht auf Anhieb, sagte Gates. Die Stiftung des Microsoft-Gründers hat seit 1999 rund drei Mrd. Dollar in Bildungsprojekte investiert.

Gates forderte, dass die Türen für Einwanderer weiter geöffnet werden müssten. Dies betreffe vor allem hoch qualifizierte Bewerber. Derzeit werden jährlich 65 000 H1-B-Visa vergeben, dabei vorwiegend an Wissenschaftler, Ingenieure und Computer-Spezialisten. Wer sich für ein solches Visum bewirbt, muss mindestens einen Bachelor-Abschluss, ein Jobangebot eines US-Arbeitgebers und spezielle Kenntnisse vorweisen. Üblicherweise gelten die Visa sechs Jahre.

Zahlreiche Experten sagen, dass die Zahl von 65 000 nicht reiche. Gates berichtete, sein Unternehmen sei nicht in der Lage, auf dem amerikanischen Arbeitsmarkt geeignete Kandidaten für rund 3 000 offene Jobs zu finden. „Es sollte nach oben überhaupt keine Begrenzung geben“, sagte Gates zur Zahl der erteilten H1-B-Visa. Vor den Anschlägen des 11. September 2001 sah die amerikanische Visapolitik noch ganz anders aus. Ende der 90er Jahre erteilten die US-Behörden jährlich fast bis zu 200 000 H1-B-Einreisegenehmigungen.

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