Rettung maroder Banken
Spanische Regierung will Auffangbank gründen

Um die faulen Immobilienkredite der in Schieflage geratenen spanischen Geldhäuser aufzufangen, will die spanische Regierung eine „Bad Bank“ gründen. Die Großbank Bankia meldet unterdessen Milliardenverluste.
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MadridSpanien unternimmt einen entscheidenden Schritt, um seine maroden Banken zu sanieren. Die Regierung in Madrid beschloss am Freitag, eine Auffangbank zu gründen. In dieser Art „Bad Bank“ sollen notleidende Immobilienkredite der Banken gesammelt werden. Außerdem prüft die Regierung eine schnelle Finanzspritze des staatlichen Rettungsfonds Frob für die schwer angeschlagene Großbank Bankia. Die Entscheidung über die Hilfe müsse jedoch die Zentralbank treffen, sagte Wirtschaftsminister Luis de Guindos. Bankia verbuchte im ersten Halbjahr einen Rekordverlust von 4,45 Milliarden Euro.

Mit der Auslagerung fauler Wertpapierbestände seiner Geldhäuser in eine "Bad Bank" macht Spanien einen wichtigen Schritt zur Sanierung des maroden Finanzsektors. Das Institut solle ab Ende November oder Anfang Dezember starten und für zehn bis 15 Jahre Bestand haben, sagte Wirtschaftsminister Luis de Guindos am Freitag.

Zuvor hatte die Regierung die Bankenreform beschlossen. Es ist bereits der dritte Reformschritt, den die Regierung seit Antritt vor acht Monaten beschlossen hat. Damit kommt Spanien nach Angaben des Wirtschaftsministers den Verpflichtungen gegenüber der EU-Kommission für zugesagte Bankenhilfe bis zu 100 Milliarden Euro nach. Ziel sei es, die Kreditvergabe und das Wirtschaftswachstum wieder anzukurbeln und somit Arbeitsplätze zu schaffen.

Geldhäuser können faule Papiere künftig an die Bad Bank auslagern. Dies soll nach Worten von de Guindos für einen bestimmten Preis geschehen, den die spanische Zentralbank festlegen soll. Im Gegenzug für die Assets erhalten die Banken demnach Bargeld, Schuldtitel oder Aktien, betonte de Guindos. Langfristig solle die Bad Bank Gewinne machen.

De Guindos sagte, man dürfe eigentlich nicht von einer „Bad Bank“ reden, weil die Kredite, die dorthin übergeführt werden sollen, „nicht so schlecht“ seien. Die betroffenen Immobilien müssten binnen 15 Jahren verkauft werden. Der staatliche Bankenrettungsfonds Frob soll nach dem Willen der Regierung einen Anteil von nicht mehr als 50 Prozent an der Auffangbank haben. Ziel der Reform sei, dass die Anteilseigner für die Bankenrettung aufkämen, sagte der Minister. Zudem sollten Privatinvestoren Anteile der Bad Bank übernehmen.

Seit der jahrelange Immobilienboom in Spanien vor vier Jahren jäh endete, wächst der Berg an faulen Darlehen stetig. Das Land befindet sich in einer tiefen Rezession und hat in Brüssel massive Finanzhilfen zur Stützung des heimischen Bankensektors beantragt. Die EU hat dem stattgegeben und bis zu 100 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Die genaue Summe, die benötigt wird, ist allerdings noch unklar. Der entsprechende Antrag der Spanier steht noch aus.

Nach der Übernahme der kriselnden Bankia, die besonders im Immobiliengeschäft aktiv war, bat Spanien im Juni um Hilfen für seine Banken. Bankia allein benötigt 19 Milliarden Euro, um seine Verluste auszugleichen.

Die spanische Regierung prüft bereits eine schnelle Finanzspritze des staatlichen Rettungsfonds Frob für die angeschlagene Großbank. Dies sagte Wirtschaftsminister Luis de Guindos am Freitag bei einer Pressekonferenz. Die endgültige Entscheidung über die Hilfe solle jedoch von der spanischen Zentralbank getroffen werden.

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Spaniens Pläne für Problembanken

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  • Hallo,
    es ist halt einfachen Verluste durch andere Staatsbürger ausgleichen zu lassen, als die eigenen Bürger in Anspruch zu nehmen.

  • @molto: depressivity??? Was ist das denn?

    Ist das eine neue fachliche Bezeichnung für den Zustand in dem man sich befindet, wenn man die Krise verfolgt?

    Also meine Depressivity hält sich heute morgen in Grenzen.

  • Na ja...Und die Kirchenmaus hat gejubelt. Wird ja auch mal Zeit wenn man sich soviel Frust und Depressivity verbal auf HB rausmüllt, dass es einwenig witziger wird. Erste Schritte der Besserung!

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