Robert Mueller
Wird dieser Mann Donald Trump gefährlich?

Der 72-jährige Robert Mueller kann auf eine lange Karriere zurückblicken. Im Weißen Haus ging er ein und aus, nachdem George W. Bush ihn zum Leiter des FBI ernannt hatte. Er gilt als akribisch – und unabhängig.
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WashingtonDer frühere FBI-Chef Robert Mueller (72) wurde unlängst vom Justizministerium zum Sonderermittler in der Russland-Affäre gemacht. Die Entscheidung wurde in Washington zunächst parteiübergreifend begrüßt. Später hieß es, US-Präsident Donald Trump denke über eine Entlassung Muellers nach, weil dieser auch wegen seiner Freundschaft zu seinem FBI-Amtsnachfolger James Comey befangen sein könnte.

Mueller gilt als integer und unabhängig sowie als akribischer, fast besessener Arbeiter. Als FBI-Chef soll er oft Überstunden gemacht und dasselbe von seinen Mitarbeitern verlangt haben. Die „Washington Post“ schrieb unmittelbar nach Muellers Berufung: „Das Weiße Haus hat allen Grund zur Panik.“ Er lasse sich von niemandem einschüchtern.

Mueller studierte in den 1960er Jahren internationale Beziehungen und Jura, diente im Vietnamkrieg, arbeitete später als Assistent des Justizministers Dick Thornburgh und als Bundesstaatsanwalt von Kalifornien.

Der Republikaner George W. Bush ernannte Mueller 2001 zum Leiter der Bundespolizei. Als Terroristen von Al-Kaida am 11. September Flugzeuge ins World Trade Center und ins Pentagon steuerten, war Mueller gerade eine Woche im Amt. Nach den Anschlägen baute das FBI die Anti-Terror-Arbeit massiv aus. 2009 saß Mueller mit im so genannten Situation Room, als die Spezialeinheit Navy Seals Osama bin Laden tötete.

Wenige Monate vor dem Ende von Muellers Amtszeit explodierten am 19. April 2013 Bomben beim Boston-Marathon. Einen der Attentäter, Tamerlan Zarnajew, hatten FBI-Agenten zwei Jahre zuvor befragt, den Fall aber abgeschlossen. Mueller sagte der „Washington Post“ später, das sei einer von zwei Momenten in seiner Karriere gewesen, auf die er am wenigsten stolz sei. Als zweiten Fall nannte er den Amoklauf von Fort Hood im Jahr 2009, bei dem 13 Menschen erschossen wurden.

Zuletzt überwachte der 72-Jährige als Schlichter im VW-Abgasskandal Vergleichszahlungen zwischen dem deutschen Autobauer und amerikanischen Klägern.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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