Roberto Calderoli
Italienischer Politiker entschuldigt sich für Orang-Utan-Äußerung

Nach einer rassistisch gefärbten Äußerung über die erste schwarze Ministerin Italiens hat sich der Vizepräsident des Senats entschuldigt. Die Äußerung sei ein Witz gewesen. Einen Rücktritt lehnt Roberto Calderoli ab.
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RomIn Italien hat sich der Vizepräsident des Senats, Roberto Calderoli, am Dienstag für seine rassistisch gefärbte Äußerung über die erste schwarze Ministerin des Landes entschuldigt. Er werde jedoch nicht zurücktreten, da im Senat keine Mehrheit dies verlange, sagte der Politiker der Lega Nord und wies damit die vielen Forderungen nach einer Amtsniederlegung zurück.

Calderoli hatte die aus dem Kongo stammende Integrationsministerin Cécile Kyenge am Wochenende mit einem Orang Utan verglichen und dafür scharfe Kritik von Ministerpräsident Enrico Letta sowie anderen Politikern einstecken müssen.

Am Dienstag sagte er, Kyenge habe seine Entschuldigung angenommen. Er werde nun dem Rat von Kollegen folgen und ihr einen Blumenstrauß schicken. Laut „Corriere della Sera“ hatte Calderoli am Wochenende während einer politischen Veranstaltung gesagt, er könne sich nicht helfen, aber die Ministerin habe Ähnlichkeit mit den Menschenaffen.

Auch riet er der seit Jahrzehnten in Italien beheimateten Kyenge, „in ihrem eigenen Land“ Ministerin zu werden. Nachträglich bezeichnete Calderoli seine Orang-Utan-Äußerung über Kyenge als Witz und erklärte, er habe die Ministerin nicht beleidigen wollen.

„Ich habe etwas sehr Dummes gesagt und erkenne dies auch an“, sagte Calderoli im Senat. Er sagte jedoch auch, er sollte im Senat für sein Verhalten im Senat beurteilt werden und nicht während einer politischen Veranstaltung.

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Es ist nicht Calderolis erster Fehltritt

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