Rolex-Geschenke sorgen für Wirbel
Renzi und das Luxus-Uhren-Problem

Italienische Delegationsmitglieder sollen sich bei einer Reise nach Saudi-Arabien im vergangenen November um geschenkte Luxusuhren von Rolex gestritten haben – eine Steilvorlage für Matteo Renzis linke Opposition.

RomEine Rolex? Die gibt es in Neapel schon für 20 Euro. Auf der Straße natürlich, bei dem netten Typ aus Ghana, der auch diese Vuitton-Taschen für kleines Geld verkauft, die irgendwie nach Autoreifen statt nach Leder riechen. Auf der Straße, auch in Rom und anderswo, blüht der Handel mit gefälschter Markenware. Kommt ein Polizist um die Ecke, sind die Verkaufsstände in Sekundenschnelle verschwunden.

Nein, eine echte Rolex sollte es sein, dachten sich rund 50 Funktionäre und Staatsbediensteten, die den italienischen Premier Matteo Renzi im vergangenen November auf seiner Reise nach Saudi-Arabien begleiteten. Für die Delegation aus Rom gab es Geschenke: saudische Uhren, ganz nett, aber auch ein paar echte Rolex.

Nach Augenzeugenberichten soll es zu peinlichen Szenen im Palast in Riad gekommen sein. Die Italiener sollen sich geprügelt und gezankt haben um die Luxusuhren. Alle wollten eine Rolex, nicht aber das Saudi-Modell.

Carlo Tecce von der regierungskritische Tageszeitung „Il Fatto Quotidiano“ hat die Geschichte ausgegraben und veröffentlicht, mit Bezug auf einen „Augenzeugen“ und seitdem gehen die Wellen hoch in Italien, als gäbe es keine wichtigeren Themen. Die seriösen Blätter berichten nicht über die „Rolex-Affäre“, aber im Netz gibt es Spott und Hohn und viel Empörung – dahinter steckt natürlich auch viel Neid.

Die Regierung musste Antworten liefern: In einer Stellungnahme aus dem Palazzo Chigi, dem Amtssitz von Premier Matteo Renzi, heißt es, die Uhren seien keine Geschenke an Privatpersonen gewesen und würden nun in einem Zimmer im Palazzo Chigi aufbewahrt.

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Geschenke bis zu einem Wert von 150 Euro

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