Rückkehr aus dem Exil
Über 130 Tote bei Anschlag auf Bhutto

Nach einem triumphalen Empfang bei ihrer Rückkehr nach Karachi ist die frühere pakistanische Ministerpräsidentin Benazir Bhutto nur knapp einem verheerenden Attentat entgangen. Bhuttos Mann glaubt, die Schuldigen zu kennen.

HB KARACHI. Mindestens 130 Menschen sind am Donnerstag bei dem Anschlag auf die aus dem Exil zurückgekehrte frühere Premierministerin getötet worden. Dies berichtete der pakistanische Nachrichtensender Geo TV am Freitagmorgen unter Berufung auf Sprecher von sechs Krankenhäusern in der Hafenstadt. Etwa 550 Menschen seien verletzt worden. Damit sei das Attentat einer der blutigsten Anschläge in der pakistanischen Geschichte, hieß es bei Geo TV. „Benazir Bhutto war das Ziel, aber sie wurde nicht verletzt“, sagte ein hochrangiger Vertreter von Bhuttos Volkspartei PPP, Fauzia Wahab.

Zunächst explodierte nach ersten Ermittlungen der Polizei in Karachi eine Granate. Dann habe sich ein Selbstmordattentäter neben dem Konvoi Bhuttos in die Luft gesprengt, sagte Karachis-Polizeichef dem US-Nachrichtensender CNN. Dieser habe offensichtlich auch die Granate gezündet. Der Polizeichef sagte Geo TV, der Attentäter sei bei dem Versuch gestoppt worden zu dem Wagen mit Bhutto vorzudringen. Über die Hintermänner des Anschlags wollte er keine Spekulationen anstellen. Muslimische Extremisten hatten Selbstmordanschläge gegen Bhutto angekündigt.

Die USA verurteilten den Anschlag. Die Verantwortlichen für das Verbrechen in Karachi „haben lediglich das Ziel, Angst zu schüren und die Freiheit einzuschränken„, sagte der Sprecher des Außenministeriums, Tom Casey, am Donnerstag (Ortszeit). Die USA stünden weiterhin an der Seite Pakistans, um die Bedrohung des Terrorismus auszumerzen und eine friedliche und demokratische Gesellschaft aufzubauen, hieß es weiter. „Es gibt keinen politischen Grund, der den Mord an unschuldigen Menschen rechtfertigen kann“, hieß es in der Erklärung.

Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon zeigte sich von dem Attentat schockiert. In einer Erklärung der Vereinten Nationen hieß es, Ban „verurteilt diesen terroristischen Angriff scharf“. „Er vertraut darauf, dass alle politischen Kräfte gemeinsam handeln werden, um die nationale Einheit zu stärken“, hieß es weiter.

Bhutto war erst am Donnerstagnachmittag nach acht Jahren aus dem selbst gewählten Exil zurückgekehrt und zum Zeitpunkt der Anschläge auf dem Weg in die Stadt. Nach Angaben ihrer Begleiter sind zahlreiche ihrer Sicherheitsleute unter den Opfern. Eine Funktionärin der PPP, die Bhutto begleitete, sagte, überall lägen Leichenteile.

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