Rückkehr in die Bundespolitik
Haider will in Wien Kanzlerkandidat werden

Der Provokateur kehrt zurück: Noch vor Ende September möchte Jörg Haider wieder in Österreichs Bundespolitik mitmischen. Als Kanzlerkandidat des "Bündnis Zukunft Österreich" (BZÖ) will der umstrittene Politiker an seine Wahlerfolge der Vergangenheit anknüpfen.

HB/WIEN. Der rechtspopulistische Kärntner Landeshauptmann (Ministerpräsident) Jörg Haider kehrt in die österreichische Bundespolitik zurück. Noch vor der Parlamentswahl Ende September will er wieder den Bundesvorsitz der von ihm 2005 gegründeten Kleinpartei „Bündnis Zukunft Österreich“ (BZÖ) übernehmen und als Kanzlerkandidat antreten. Das kündigte der 58-jährige Ex-Chef der rechten Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ) am Samstag an. Für ein Abgeordnetenmandat wolle er sich aber nicht bewerben, sagte Haider.

Die BZÖ-Partei sucht rund zwei Monate vor der vorgezogenen Wahl am 28. September eine neue Führung. Grund ist die – noch nicht rechtskräftige – Verurteilung des bisherigen Vorsitzenden, Peter Westenthaler, zu einer neunmonatigen Bewährungsstrafe wegen einer falschen Zeugenaussage. Für Spitzenämter seiner Partei gilt der umstrittene Politiker seither nicht mehr als präsentabel. Westenthaler selbst forderte am Samstag, dass Haider auch die Spitzenkandidatur für das österreichische Parlament (Nationalrat) übernehmen müsse. Haider betonte aber, er wolle in jedem Fall Kärntner Landeshauptmann bleiben.

„Wir wollen die erfolgreiche orangene Politik in Kärnten für die Menschen in ganz Österreich machen“, sagte Haider unter Anspielung auf die Parteifarbe. Westenthaler erwartet mit Haider als Wahlkampflokomotive Zugewinne auf zehn bis 15 Prozent für die BZÖ. 2006 überwand die nach dem Bruch mit der FPÖ gegründete Partei mit 4,2 Prozent knapp die Vierprozenthürde.

Unter Haider wurde die FPÖ bei der Wahl 1999 zweitstärkste Partei in Österreich und bildete eine Regierung mit der konservativen Volkspartei (ÖVP). Wegen Haiders umstrittenen Äußerungen zum Nationalsozialismus und zur Einwanderung wurde Österreich zeitweise international isoliert. Haider zog sich im Jahr 2000 in die Landespolitik zurück. Bei der Parlamentswahl 2002 stürzte die FPÖ von 26,2 auf zehn Prozent ab.

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