Russland kompromissbereit
Tauziehen um Libanon-Resolution

Unter großem Zeitdruck hat der Weltsicherheitsrat am Dienstag seine geplante Libanon-Resolution überarbeitet. Wie aus UN-Kreisen verlautete, war es sein Ziel, durch Zugeständnisse die Unterstützung der libanesischen Regierung und der Hisbollah für einen Friedensplan zu gewinnen. US-Präsident George W. Bush hat jedoch ausgeschlossen, die libanesische Forderung nach einem sofortigen Abzug aller israelischen Truppen aus dem Libanon zu erfüllen.

HB NEW YORK. Israel bot vor dem Weltsicherheitsrat den Abzug seiner Soldaten aus dem Libanon an, sofern dort eine starke internationale Sicherheitstruppe stationiert werden sollte. Diese Truppe müsse dann dafür sorgen, dass Israel nie mehr vom Libanon aus von der radikal-islamischen Hisbollah angegriffen werden könne. Auf keinen Fall dürfe ein Machtvakuum entstehen, „dass von Hisbollah gefüllt werden würde“, sagte der israelische UN-Botschafter Dan Gillerman am Dienstag in einer Anhörung vor dem Weltsicherheitsrat.

Er versicherte, dass Israel genauso wie der Libanon ein schnelles Ende des Krieges wünsche. „Wir wollen eine Waffenruhe - aber eine Waffenruhe, die die Saat eines künftigen Friedens sät“, sagte er. Die Ursache des Konflikts - der Terror der Hisbollah - müsse beseitigt werden. Er habe großes Verständnis dafür, dass der libanesische Sondergesandte bei den Vereinten Nationen leidenschaftlich gegen die israelischen Militärschläge protestiere: „Aber ein Wort fehlt in seinen Ausführungen - und das ist Hisbollah.“

Der libanesische Sondergesandte Tarek Mitri kritisierte den französisch-amerikanischen Entwurf für eine Libanon-Resolution. Es sei inakzeptabel, dass darin keine sofortige Waffenruhe gefordert werde, sagte er. Israel werde nur zur Einstellung seiner Offensivoperationen aufgerufen: „Wir wissen alle, dass Israel bisher behauptet, dass all seine Handlungen Selbstverteidigung sind“, sagte er. Israel habe demnach also weiter das Recht, im Libanon zuzuschlagen. Mitri wiederholte das Angebot seiner Regierung, den südlibanesischen Grenzraum mit eigenen Soldaten zu sichern.

Der Außenminister von Katar, Scheich Hamad bin Jassim bin Jaber al-Thani, unterstützte für die Arabische Liga die libanesische Position. Er forderte eine sofortige Waffenruhe und den Abzug der israelischen Truppen. Mit einer Fortsetzung des Krieges könne Israel nichts gewinnen: „Es ist ein Fehler zu glauben, dass eine Politik der Gewalt Israel Sicherheit verschaffen kann.“

Gillerman sagte nach der Anhörung: „Ich bin mir nicht ganz sicher, welchem Zweck dieses Treffen dienen sollte. Dies ist der Augenblick für Taten, nicht für Worte.“ Er beteuerte, dass Israel nicht die Absicht habe, den Libanon zu besetzen: „Sobald es dort eine angemessene internationale Truppe gibt, werden wir nur zu gern wieder abziehen."

Seite 1:

Tauziehen um Libanon-Resolution

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%