Russland
Sanktionen und Ölpreisfall kosten 140 Milliarden

Die russische Wirtschaft wird wohl kaum wachsen: Die Sanktionen führen zu Kapitalflucht und Rubel-Verfall. Allein die sinkenden Ölpreise kosten Russland wohl bis zu 100 Milliarden Dollar im Jahr, schätzt die Regierung.
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MoskauWegen der westlichen Sanktionen und des Ölpreis-Verfalls entgehen Russland nach Schätzung der Regierung bis zu 140 Milliarden Dollar im Jahr. Rund 40 Milliarden Dollar davon seien auf die Strafmaßnahmen zurückzuführen, sagte Finanzminister Anton Siluanow am Montag. Mit bis zu 100 Milliarden Dollar gehe Russland aber wegen des verbilligten Öls noch weit mehr Geld durch die Lappen.

Der Preis für das wichtige russische Exportgut ist innerhalb eines halben Jahres um rund 30 Prozent abgesackt. Öl und Gas machen zusammen zwei Drittel der gesamten Einnahmen aus dem Ausfuhrgeschäft aus. Die russische Wirtschaft dürfte Experten zufolge dieses Jahr kaum wachsen. Sie leidet unter den Folgen der Sanktionen, die EU und USA wegen de Ukraine-Konflikts verhängt haben.

Russische Unternehmen müssen verstärkt Dollar kaufen, weil die Sanktionen ihnen den direkten Zugang zu den internationalen Finanzmärkten versperren. All dies hat zu Kapitalflucht und einem Verfall der Landeswährung Rubel geführt. Die russische Zentralbank rechnet vor diesem Hintergrund mit einem Gewinneinbruch für die heimischen Geldhäuser.

Vize-Notenbankchef Alexej Simanowski sagte, die Banken müssten sich 2014 auf rund zehn Prozent weniger Überschuss als im Vorjahr einstellen. Zu den Kreditinstituten, die von den westlichen Sanktionen direkt betroffen sind, gehören auch die Großbanken Sberbank und VTB.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Russland: Sanktionen und Ölpreisfall kosten 140 Milliarden"

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  • @ Hermann Paul

    Beim jetzigen Ölpreis zerfallen auch die amerikanischen und kanadische Ölträume.

    Russland ist mit seinem Verschuldungsgrad auch noch ein gutes Stück von einer Pleite entfernt. Man wird sich halt dort von einem Mercedes verabschieden. Und von Microsoft Office in Behörden.

  • @ Klaus - Peter Schrön

    Tatsächlich ging es den Russen immer besser seit Putin an der Macht ist. Es waren die USA in der man die "99%"-Demonstrationen veranstaltete.

    Und natürlich werden wir auch in D den Gürtel noch enger schnallen. Weil Sanktionen keine Einbahnstraße sind. Wir werden sehen was Russland über andere Handelspartner beziehen kann und wo wir im Gegenzug neue Kunden finden.

    Allein der Ukraine-Soli den sicher nicht die Club-Med-Länder oder GB zahlen werden wir als Steuererhöhung merken.

  • 140 Milliarden Euro sind auch für Russland kein Pappenstiel , das ist die Schätzung der Russen für 2014 !
    So wie es aussieht wird sich das 2015 nicht ändern , Sanktionen werden höchstens noch verschärft und der Ölpreis wird durch Kanadische und Amerikanische Ölexporte weiter sinken .
    Russland ist Pleite wenn nicht noch ein wunder geschieht !!!

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