Russland warnt
Korea-Konflikt droht erneut zu eskalieren

Das Säbelrasseln im südchinesischen Meer geht weiter. Südkorea kündigt Schießübungen an, Nordkorea will mit "massiven" Militärschlägen darauf antworten. Die russische Regierung forderte, eine weitere Eskalation der Spannungen unbedingt zu vermeiden.
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SEOUL/MOSKAU. Nordkorea hat nach seinem Angriff auf eine bewohnte südkoreanische Insel im November mit noch "massiveren" Militärschlägen gedroht. Die nordkoreanische Volksarmee warnte am Freitag mit kriegerischen Tönen vor Schießübungen, die die südkoreanischen Streitkräfte in den kommenden Tagen auf der beschossenen Insel Yonpyong im Gelben Meer durchführen wollen. Bei dem Granatenbeschuss der Insel nahe der umstrittenen Seegrenze waren vier Südkoreaner ums Leben gekommen.

Sollte Südkorea trotz Warnungen die Übungen veranstalten, werde ein Selbstverteidigungsschlag folgen, hieß es in der von den staatlichen nordkoreanischen Medien veröffentlichten Erklärung. "Der wird hinsichtlich der Stärke und des Gebietes tödlicher sein als das, was am 23. November geschah." Damals hatte Nordkoreas Küstenartillerie die Insel unter Beschuss genommen, als das südkoreanische Militär Schießübungen in dem Spannungsgebiet vor der Westküste durchgeführt hatte.

In der Warnung, die Südkorea übermittelt wurde, rief Nordkorea das Nachbarland auf, die Artillerieübungen abzusagen. Die Gewässer rund um Yonpyong gehörten zu nordkoreanischem Gebiet, hieß es. Das Verteidigungsministerium in Seoul kritisierte die Warnung. Die südkoreanische Streitkräfte würden jedoch nicht auf jede Drohung und "unvernünftige Argumente" Nordkoreas antworten. Seit dem Angriff hatte das kommunistische Nordkorea wiederholt vor neuen Manövern Südkoreas und der USA nahe der Seegrenze im Gelben Meer gewarnt.

Russland rief Südkorea zum Verzicht auf das Manöver auf. Eine Eskalation der Spannungen auf der koreanischen Halbinsel müsse unbedingt vermieden werden, erklärte das russische Außenministerium am Freitag in Moskau. Vizeaußenminister Alexej Borodawkin teilte den Botschaftern Südkoreas sowie der USA die "tiefe Besorgnis" Russlands mit. Aus einer ähnlichen Übung sei im November das Artillerieduell zwischen Nord- und Südkorea entstanden, sagte Borodawkin.

Südkorea hatte am Donnerstag die Schießübungen angekündigt, die von Yonpyong erfolgen sollen. Das eintägige Training soll zwischen Samstag und dem kommenden Dienstag stattfinden. Der Generalstab der südkoreanischen Streitkräfte bezeichnete das Training als Teil von Routineübungen. Ein Sprecher warnte, Südkorea werde im Fall von versuchten Provokationen durch den Norden "strikt reagieren".

Die Schießübungen sollen von Vertretern der Waffenstillstandskommission des UN-Kommandos (UNC) in Südkorea beobachtet werden. Das von den USA angeführte UNC hat seit dem Ende des Korea-Kriegs (1950-53) die Aufgabe, über die Einhaltung eines noch immer gültigen Waffenstillstandsabkommens auf der Halbinsel zu wachen.

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  • Die Führung von Nordkorea und ihre Lakaien haben das eigene Volk gegen sich und sicherlich gibt es auch heimlichen Widerstand. Den muss man fördern und mit Waffen versorgen, was sicherlich möglich ist.

  • Die Kontinentalen Kernwaffentests
    der USA,Russlands oder auch von Frankreich in Nordafrika hatten keinen Einfluss auf Europa, und es waren nicht wenige !
    Wenn sich nun der Norden und der Süden Koreas Nuklear einäschern , und es auf diese Region begrenzt bleibt,nehmen wir in Europa wohl Notiz davon, das wars dann aber auch .

  • Russland dürfen wir insiderwissen unterstellen ,
    zumindest wenn es um das Nuklearprogramm in China,iran und natürlich Nordkorea geht .
    in dem Moment als Korea erste ''Arbeiten'' zur Vorbereitung der Anwendung einer Atomwaffe begannen , hat Russland ''Notiz''davon bekommen , und eine Dringlichkeitssitzung einberufen .
    Wir dürfen also sicher sein, das die Lage ernst ist .

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