Sanktionen gegen Russland
Putin in der Falle?

Der Rubel geht auf Tauchstation, Standard & Poor’s stuft die Kreditwürdigkeit Russlands auf Ramschniveau herab. Der Westen droht mit neuen Sanktionen. Doch Kremlchef Wladimir Putin heizt die Lage weiter an. Warum?
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StockholmDer Westen ist ratlos. Russland, einst Partner, jetzt Gegner. Das Riesenreich hat sich seit Beginn der Ukraine-Krise immer weiter von den einmal gemeinsamen Werten entfernt. In der Ostukraine wird geschossen und getötet wie schon lange nicht mehr. Allein am vergangenen Wochenende kamen bei Granatenattacken in Mariupol, der Hafenstadt am Asowschen Meer, mindestens 30 Menschen ums Leben. Und auch am Dienstag starben erneut mindestens neun ukrainische Soldaten bei den Kämpfen im Donbass.

Die prorussischen Separatisten in den selbsternannten Republiken im Osten des Landes haben angekündigt, ihre Offensive noch zu verstärken und weitere Regionen in der Ostukraine zu erobern. Verhandlungen mit der ukrainischen Regierung in Kiew, so erklärte der Führer der Separatisten, Alexander Sachartschenko, kämen für ihn nicht mehr in Frage.

Sowohl Nato als auch OSZE machen Russland für das Wiederaufflammen der brutalen Kämpfe verantwortlich. Moskau dementiert wie immer, dass es die prorussischen Separatisten mit Kämpfern und Waffen unterstützt – und das, obwohl es mittlerweile unzählige Belege für das Gegenteil gibt.


Was sind die Gründe, dass Russland trotz ständiger Beteuerungen, nichts mit dem mittlerweile zum regelrechten Krieg ausgearteten Konflikt zu tun zu haben, die Lage immer weiter anheizt? Es ist unter anderem das Gefühl, von der Nato umzingelt, vom Westen erniedrigt worden zu sein.

Für Russlands Präsident Wladimir Putin ist die Sache klar: Das ukrainische Militär sei „eine Fremdenlegion der Nato“ behauptete er Anfang der Woche in St. Petersburg. Damit zeigte er sich ein weiteres Mal uneinsichtig, macht nicht den Eindruck, als würde Russland in der Ukraine-Krise zu Zugeständnissen bereit sein. Und das, obwohl die von der EU und den USA verhängten Sanktionen sein Land und dessen Bevölkerung schwer treffen.

Der Rubel ist auf Tauchstation gegangen, Standard & Poor’s hat die Kreditwürdigkeit des Landes auf Ramschstatus herabgestuft. Selbst einheimische Ökonomen und Konzernchefs warnen den Kremlchef seit Wochen, dass die Wirtschaft des Landes schweren Schaden nehmen wird, sollten die Sanktionen gegen das Land weiter bestehen bleiben. Doch trotz der Warnrufe bewegt sich Moskau nicht. Selbst als Bundeskanzlerin Angela Merkel die ursprünglich von Putin lancierte Idee einer Freihandelszone mit der von Russland initiierten eurasischen Wirtschaftsunion wieder aufgriff, blieb der Kreml stumm.

Kommentare zu " Sanktionen gegen Russland: Putin in der Falle?"

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  • glauben Sie immer noch an Märchen über Rotkäpchen und bösen Wolf, die ihnen erzählt werden? Vielleicht sollte man manchmal hinterfragen, was man erzählt bekommt!?

    Aber bitte nicht persönlich nehmen! Ich war früher genau so. ;-)

  • Und apropo dem Artikel über Annexion DDR, es war eine rhetorische Aussage. Das in DDR kein Referendum über die Vereinigung durchgeführt wurde. Und dass man es rechtlich auch als Annexion ansehen kann. Rechtlich hat er recht. Rechtliche Schritte wurden nicht durchgeführt. ABER rein subjektiv, und ich denke, da spreche ich im Namen aller, war es vollkommen richtig, dass BRD und DDR wieder zusammenkamen!
    Ob die Übersetzung absichtlich so gewählt wurde oder nicht, kann jeder, in Betracht der aktuellen Missstimmung Russlandgegenüber, selbst entscheiden.

  • Wie lange will sich eigentlich das Handelsblatt zum Sprachrohr von bezahlten Putin-Claqueuren machen? Kaum erscheint mal ein Artikel zur Ukraine, schon kommt ein Schwall ewig gleichartiger Kommentare, die von Faschisten in Kiew, einer unfähigen EU und Abhängikeiten von den USA künden. Darin liegt kein Wahrheitswert und es wird bald pfade, sowas im Handelsblatt immer wieder lesen zu müssen. Also bitte verbal abrüsten, effiziente Maßnahmen zur Herstellung des Friedens besprechen, politische und ökonomische Hintergründe sachlich beleuchten. Dafür brauchen wir das Handelsblatt. Danke

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