Schadenersatz gefordert
Srebrenica-Überlebende verklagen Uno

Insgesamt eine Milliarde Dollar wollen die Überlebenden von Srebrenica als Entschädigung von der Uno und den Niederlanden erhalten. Hintergrund ist ein nicht verhindertes Massaker in der bosnischen UN-Schutzzone.

HB BERLIN. Überlebende des Massakers von Srebrenica wollen die Vereinten Nationen und die niederländische Regierung auf eine Milliarde Dollar verklagen. Eine entsprechende Klage werde in den kommenden drei Monaten eingereicht, sagte der Anwalt Semir Guzin am Samstag der Nachrichtenagentur AP. «Wir bemühen uns um insgesamt eine Milliarde Dollar und hoffen auf eine außergerichtliche Einigung», erklärte Guzin.

Im Juli 1995 hatten bosnisch-serbische Truppen die UN-Schutzzone Srebrenica überrannt und etwa 8000 bosnische Moslems getötet. Den niederländischen Friedenstruppen dort gelang es nicht, das Massaker zu verhindern. Die niederländische Regierung gestand ihr Versagen ein und trat im April 2002 zurück.

Guzin hatte bereits vor einem Jahr im Namen der Überlebenden an die Uno geschrieben und um Entschädigung in Höhe von einer Milliarde Dollar gebeten. «Die Vereinten Nationen haben nie offiziell geantwortet», sagte er. In Bosnien wurden bisher 5000 Opfer von Srebrenica exhumiert. Mit Hilfe von DNS-Analysen konnten fast 1200 von ihnen identifiziert werden.

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