International
Schäuble weist US-Forderung nach EU-Beitritt der Türkei zurück

Der stellvertretende CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Schäuble hat die Forderung von US-Präsident George Bush zurückgewiesen, die Türkei müsse EU-Mitglied werden. "Mit einem Türkei-Beitritt würde die Legitimität der EU in der Bevölkerung verloren gehen. Dann würde auch die Chance für eine wirkliche politische Einigung dramatisch sinken", sagte Schäuble dem Handelsblatt.

BERLIN. Dies könne letztlich auch nicht im Interesse der Türkei sein. "Wir erlauben uns dies zu sagen und halten uns im Gegenzug mit Vorschlägen zurück, wie die USA ihr Verhältnis zu Mexiko gestalten."

Schäuble forderte eine selbstbewusstere Argumentation der Europäer. "Wir wollen etwas, was in den USA nicht vorstellbar ist: eine politische Einheit, an die Teile der Souveränität der Mitgliedsstaaten abgetreten werden. Die Amerikaner verstehen die europäische Einigung nicht wirklich." Zugleich sprach er sich dafür aus, dass der Bundestag künftig bereits über die Aufnahme von EU-Beitrittsverhandlungen mit entschieden darf. Eine Verknüpfung der Zustimmung der Union zur Verfassung und der Aufnahme von Beitrittsverhandlungen könne und werde es aber nicht geben.

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