Scheitert Afrikas Hoffnungsträger?
Über Südafrika kreisen die Pleitegeier

Das Land galt als Aushängeschild des Kontinents. Doch die südafrikanische Wirtschaft befindet sich in einer Abwärtsspirale. Denn Staatschef Zuma hat weder Mut noch Vision bewiesen. Ökonomen warnen vor einer Staatspleite.
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KapstadtEigentlich ist Johann Rupert nicht für furiose Wutausbrüche bekannt. Im Gegenteil: Als Vorsitzender der Schweizer Luxusgütergruppe Richemont und des südafrikanischen Industriekonglomerats Remgro bringt den 64-Jährigen so leicht nichts aus der Fassung. Angesichts einer für Südafrika ausgesprochen bedrohlichen Stromkrise und der inzwischen aus dem Ruder gelaufenen Korruption scheint jetzt aber selbst Rupert die Geduld mit dem regierenden Afrikanischen Nationalkongress (ANC) zu verlieren: Auf der jährlichen Remgro-Hauptversammlung in Somerset West bei Kapstadt sprach er Ende November jedenfalls ganz offen davon, dass Südafrika womöglich allmählich pleitegehe.

Wenn die Führung des Landes so weitermache wie bisher, könne ein solcher Zustand auch ganz plötzlich eintreten, warnte Rupert. Ihm selbst falle es inzwischen „sehr, sehr schwer“, das Führungspersonal des Landes im Ausland zu verteidigen. „Wir haben lange Zeit nur die tief hängenden Früchte gepflückt. Nun sind die Bäume fast leer“. Überall, wohin man in Südafrika dieser Tage blicke, gäbe es Stagnation und Alarmsignale.


In der Tat befindet sich die südafrikanische Wirtschaft seit Ausrichtung der Fußball-Weltmeisterschaft im Jahre 2010 in einer steten Abwärtsspirale. „Wenn sich die Gemüter nicht bald beruhigen und vor allem die vielen Streiks nachlassen, wird das Land auf Jahre nur noch minimal wachsen können“, hatte Ökonom Chris Hart bereits 2012 gewarnt. Genau dies ist nun passiert: Mit einer Wachstumsrate von 1,4 Prozent ist der einstige Hoffnungsträger Afrikas weit hinter die meisten anderen Staaten des Kontinents zurückgefallen – und wenig deutet schon deshalb auf eine baldige Umkehr der Lage hin, weil die Probleme inzwischen strukturell verankert sind.

Das Leistungsbilanzdefizit liegt bei mehr als sechs Prozent des Sozialprodukts (BIP) und ist zu seiner Finanzierung auf ausländische Kapitalzuflüsse angewiesen, die nun aber ausbleiben. Kein Wunder, dass die lokale Randwährung in wenig mehr als zwei Jahren rund 40 Prozent gegenüber dem Euro an Wert verloren hat. Dabei bräuchte Südafrika Wachstumsraten von mindestens sieben Prozent, um seine extrem hohe Arbeitslosigkeit von offiziell 25 Prozent, vermutlich aber eher rund 40 Prozent, zumindest ansatzweise zu verringern.

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  • In letzter Zeit anhaltende Streiks der südafrikanischen Post, das Internet in SA gestört und extrem hohe Arbeitslosigkeit, was die Kriminalität deutlich erhöht - alles klare Anzeichen für eine sich verstärkende Krise. Für Ausländer ist SA zur Zeit extrem preisgünstig. Allerdings fällt die große Zahl neuer PkW`s, meistens deutscher Autohersteller sehr auf. Liquidität muss daher vorhanden sein, denn billig sind die Wagen nicht. Sehr schade, wenn es in SA ökonomisch so abwärts geht. Die Regierung sollte dringend namhafte internationale Wirtschaftsberater engagieren.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Es ist raurig, wie ein Typ das Erbe Mandelas so zerstören kann

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