Schlag für syrische Rebellen
Assad-Streitkräfte erobern weitere Teile Aleppos

Aleppo ist die umkämpfteste Stadt im syrischen Bürgerkrieg. Seit Monaten liefern sich das Regime und seine Gegner Gefechte. Jetzt sieht es so aus, als könnte die Armee die Rebellen endgültig einkesseln.

Beirut, MoskauIm syrischen Bürgerkrieg befinden sich die Truppen von Präsident Baschar al-Assad auf dem Vormarsch: In der Millionen-Metropole Aleppo eroberten sie den strategisch wichtigen Bezirk Ramusa. Damit seien fast alle Gebietsgewinne der Aufständischen vom vergangenen Monat rückgängig gemacht worden, berichteten die oppositionelle Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte und staatliche Medien übereinstimmend. Aleppo ist derzeit der Brennpunkt in dem vor fünf Jahren ausgebrochenen Bürgerkrieg. Seit Wochen verhandeln die USA mit Russland über eine Feuerpause, damit die Zivilbevölkerung mit Hilfsgütern versorgt werden kann. Doch auch ein Telefonat zwischen den Außenministern Sergej Lawrow und John Kerry brachte am Donnerstag keinen Durchbruch. Russland steht hinter Assad, die USA unterstützen gemäßigte Rebellengruppen.

Aufständische wiesen Berichte zurück, sie hätten Ramusa bereits vollständig verloren. Den staatlichen Medien und der Beobachtungsstelle zufolge nahmen die Regierungssoldaten jedoch im Tagesverlauf auch noch Dörfer südlich von Aleppo ins Visier. An dieser zweiten Front liege ein Hügel, von dem aus Rebellen ihre Angriffe führten, hieß es.

Lawrow und Kerry sprachen dem russischen Außenministerium zufolge über Möglichkeiten, im Kampf gegen Terrorgruppen in Syrien zusammenzuarbeiten. Es sei aber auch darum gegangen, wie ihre Länder gemeinsam eine politische Lösung des Konflikts erreichen könnten. Darüber hatten bereits am Montag US-Präsident Barack Obama und sein russischer Kollege Wladimir Putin am Rande des G20-Gipfels in China beraten, jedoch ohne Durchbruch.

An der Grenze zur Türkei wurden unterdessen nach Angaben der Beobachtungsstelle sechs Kämpfer der syrischen Kurdenmiliz YPG durch türkischen Artilleriebeschuss getötet. Die kurdischen Behörden in der Grenzregion Afrin bezeichneten den Angriff als Provokation, um „das Feuer des Kriegs zu entfachen“.

Die türkische Armee war im August rund 100 Kilometer östlich von Afrin in das syrische Grenzgebiet eingerückt und hat die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) inzwischen von dort verdrängt. Sie will aber auch und das weitere Vorrücken der YPG verhindern, die sie als Ableger der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK betrachtet. Das Vorgehen stößt auf Kritik vom Nato-Partner USA, die ihrerseits im Kampf gegen den IS mit der YPG-Miliz verbündet sind.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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