Schlepper in Ungarn gefasst
Im Laderaum erstickten 71 Flüchtlinge

Flüchtlinge kommen in Booten übers Meer, in LKW übers Festland. Für viele Menschen eine tödliche Tortur: In Österreich wurden 71 Tote in einem Lastwagen gefunden. Bayern verschärft die Kontrollen an der Grenze.
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Eisenstadt/TripolisDer Flüchtlingsstrom nach Europa reißt nicht ab – und mit ihm immer neue Tragödien. Die jüngste Horrormeldung: Bis zu 200 Tote beim Untergang eines Flüchtlingsbootes vor der libyschen Küste. Insgesamt hätten sich rund 400 überwiegend aus Afrika stammende Flüchtlinge an Bord befunden, sagte ein Vertreter der Sicherheitsbehörden in der westlibyschen Stadt Suwara.

Erst am Donnerstag alarmierte in Österreich der grausige Funde von Dutzenden Leichen im Laderaum eines Lastwagens Europas Spitzenpolitiker, die sich nur wenige Kilometer entfernt zur Westbalkan-Konferenz trafen. An diesem Freitag teilte das Innenministerium, dass mehr Leichen sich in dem am Donnerstag 50 Kilometer südöstlich von Wien gefundenen Lastwagen befanden als zunächst erwartet. Die Ermittler hätten in dem Fahrzeug 71 Leichen geborgen, teilte die Polizei am Freitag mit. Darunter seien 59 Männer und acht Frauen sowie vier Kinder, einschließlich eines zweijährigen Mädchens, sagte Polizeidirektor Hans Peter Doskozil auf einer Pressekonferenz am Freitag. Die Ermittler hätten bei der Bergung der Leichen auch ein syrisches Reisedokument gefunden und gingen daher davon aus, dass es sich bei den Flüchtlingen um Syrer handele.

Die verantwortlichen Schlepper sollen inzwischen gefasst sein. Die Polizei bestätigte drei Festnahmen über die zunächst die „Kronen Zeitung“ berichtet hatte. In einer groß angelegten Fahndung nach dem Fund des Fahrzeuges sei die Polizei den Tätern auf die Spur gekommen und habe in Ungarn drei Personen festgenommen. Einem der Verdächtigen gehöre der Kühlwagen, die zwei anderen hätten das Fahrzeug wahrscheinlich gelenkt. „Wir gehen davon aus, dass das die Spur ist, die uns zu den Tätern führen wird“, sagte Doskozil. Bei den drei Verdächtigen handle es sich um einen Ungarn und zwei Bulgaren, die einem ungarisch-bulgarischen Schlepperring angehören könnten, erklärte die Polizei.

Als Reaktion hat die bayerische Grenzpolizei ihre Kontrollen verschärft. Fahrzeuge, die mehr als 15 Personen befördern könnten, habe man dabei besonders im Blick, sagte ein Sprecher der Bundespolizei in Freyung am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. Wegen der zunehmenden Flüchtlingsströme über die Westbalkan-Route haben Bundes- und Landespolizei ihr Personal in den vergangenen Wochen zudem deutlich verstärkt. Allein die Bundespolizei in Freyung bei Passau wird durch 150 Einsatzkräfte aus ganz Deutschland unterstützt und registriert täglich bis zu 750 Flüchtlinge, wie der Sprecher weiter sagte. „Die Lage ist prekär.“

Auch im Grenzgebiet zwischen Salzburg und Traunstein haben sich die Dienststellen mit Bereitschaftspolizisten verstärkt. Sie zählen täglich 300 bis 600 Flüchtlinge, berichtete die Landespolizei in Rosenheim. Die Bundespolizei in Rosenheim kontrolliert die Züge, die über die Grenze nach Deutschland kommen, und hat sich ebenfalls personell verstärkt sowie seine Dienststelle ausgebaut. Etwa 140 Beamte nehmen nach Angaben der Bundespolizei täglich bis zu 300 Neuankömmlinge am Bahnhof in Rosenheim in Empfang.

Mitarbeiter des Autobahn-Streckendienstes Asfinag hatten den 7,5 Tonnen schweren Lkw am Donnerstag im Autobahnabschnitt bei Parndorf (Bezirk Neusiedl am See) entdeckt. Aus dem Laderaum quoll laut offiziellen Angaben Verwesungsflüssigkeit.

Der Lkw wurde mittlerweile in eine ehemalige Veterinärmedizinische Anstalt gebracht, wo eine entsprechende Kühlung vorhanden sei, hieß es von den Ermittlern. In der Nacht zum Freitag sollten die Leichen geborgen werden. Anschließend würden sie in die Gerichtsmedizin Wien gebracht, sagte der Chef der Landespolizei des Burgenlands, Hans Peter Doskozil.

Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel sagte am Freitag: „Die Menschen können nur nach Österreich, Schweden und Deutschland“, weil Europa sich nicht auf eine gemeinsame Flüchtlingspolitik einige. Das sei der „eigentliche Skandal“.

Der deutsche Innenminister Thomas de Maizière rief zu einem entschiedeneren Kampf gegen Schleuser auf. „Ich halte verstärkte Kontrollen für richtig“, sagte er. Dutzende Menschen in Transporter zu stecken, die für acht vorgesehen seien, sei „kriminell“ und jeder Schleuser werde angezeigt. In einigen Bundesländern würden dadurch bereits die Haftplätze knapp. „Das muss weiter gehen“, sagte de Maizière.

Doch die Schlepper seien nur ein Teil des Schleusertums. „Der, der den Transport macht, verdient viel weniger als die Chefs, die das organisieren. Wir müssen mit Europol an diese Leute ran und deren Vermögen beschlagnahmen.“ Zudem sprach sich der Innenminister dafür aus, schnellstmöglich EU-Aufnahmestellen in Italien und Griechenland einzurichten. Damit könne verhindert werden, dass die Flüchtlinge weiter auf Schlepper angewiesen seien.

Doch das Heer der Schleuser ist groß. Da Flüchtlinge und Schlepper eisern schweigen, gibt es keine gesicherten Zahlen. In Österreich saßen am 1. Juli 198 Schleuser in Haft. Einen Monat später waren es schon 298, berichtete die österreichische Nachrichtenagentur APA unter Berufung auf das Justizministerium. In Bayern flogen im ersten Halbjahr 1300 Fälle auf. Das war schätzungsweise die Hälfte aller einschlägigen kriminellen Taten bundesweit.

Im an Ungarn grenzenden Burgenland wurden allein in den vergangenen beiden Tagen Hunderte Flüchtlinge aufgegriffen, heißt es aus Österreich. In den kommenden Tagen sei wegen der nahenden Fertigstellung des ungarischen Grenzzauns zudem mit einer Verschärfung der Schlepperproblematik zu rechnen. Die Alpenrepublik verzeichnete zuletzt stark gestiegene Flüchtlingszahlen. Viele von ihnen durchqueren Österreich vom Balkan in Richtung Deutschland.

Angesichts des Flüchtlingsdramas in Österreich forderte der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, die Europäische Union zum Handeln auf. „Die Tragödie ist das Ergebnis hochkrimineller Aktivitäten rund um das Flüchtlingsgeschehen und muss so bekämpft werden, wie es auftritt, nämlich länderübergreifend“, sagte Wendt dem Handelsblatt. „Mit einem perfiden System von Anwerbern, Fahrern und anderen unterbezahlten Handlangern verdienen die Hintermänner unfassbar hohe Summen, an die müssen wir herankommen, wenn das Phänomen der Schleusungskriminalität wirkungsvoll bekämpft werden soll.“

Wendt forderte die Europäische Union auf, länderübergreifende polizeiliche Aktivitäten zu koordinieren und zu unterstützen. „Wenn nur die letzten Glieder der Schleuserbanden hinter Gitter gebracht werden, nutzt das wenig, denn es wachsen sofort neue nach“, sagte der Polizeigewerkschafter.

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  • @Freund Hein, danke für das Kompliment, bin natürlich konservativ, rechts auch, und gehöre zum "Pack", empfinde das alles mittlerweile als eine Ehre so bezeichnet zu werden,
    .Die welche andere Menschen so bezeichnen sind ja bekannt als Linksnazis-Antifa und Grüne/innen.
    Aber es gehört heute zum guten Ton, das Bildungsferne welche wir ja hauptsächlich bei Rot-Grün/innen antreffen ,Menschen mit anderer Meinung beschimpfen wollen.
    Da ich weiß da bei solchen Menschen weder Lust auf Arbeit noch die für die Wirtschaft nötige Bildung vorliegt und diese Leute Lohnarbeit anscheinend nur aus Gesprächen von betroffenen kennen und Märkte nur als Leistungsschau von Biobauern her kennen, werde ich nachsichtig sein.

  • Für ein Gipfeltreffen unserer Politclowns setzt man kurzerhand Schengen aus. Na ja, die sind ja auch besonders schützenswert ;–))

  • Das mit den Schmerztabletten müssen Sie erklären. Die Demonstranten gegen die Flüchtlingsflut sahen mir sehr gesund und widerstandsfähig aus. Ich denke die können auch ohne Schmerzmittel gut klar kommen.

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