Schrumpfwirtschaft
Ökonomen warnen vor Ansteckung Italiens

Kaum wurde damit begonnen, den Euro-Brandherd Spanien zu löschen, brennt es an anderer Stelle: Italien droht immer tiefer in den Krisenstrudel zu geraten. Angesichts neuer Wirtschaftszahlen schlagen Ökonomen Alarm.
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BerlinFührende Ökonomen in Deutschland schlagen angesichts der jüngsten Wirtschaftsdaten aus Italien Alarm. Nachdem das Statistikamt des Landes bestätigte, dass die Wirtschaft in den ersten drei Monaten des Jahres um 0,8 Prozent im Vergleich zum Vorquartal geschrumpft ist und damit den drastischsten Rückgang seit drei Jahren verzeichnet, forderte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer die Regierung in Rom eindringlich auf, gegenzusteuern. Italien sei ein reiches Land, das Finanzvermögen seiner Bürger betrage 175 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, in Deutschland seien es nur 125 Prozent.

„Eine einmalige maßvolle Vermögensteuer würde ausreichen, um die italienischen Staatsschulden unter die kritische Schwelle von 100 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu drücken“, sagte Krämer Handelsblatt Online. „Es ist unverständlich, warum die italienische Regierung eine solche einmalige Vermögensteuer nicht einführt.“

Krämer schließt gar einen Hilferuf Italiens an seine europäischen Partner nicht aus, sollte sich die Lage nicht entspannen. „Es ist durchaus möglich, dass auch Italien die Staatengemeinschaft am Ende um Hilfe bittet“, sagte er. Zwar gehe er davon aus, dass es Italien gelingen werde, sein Haushaltsdefizit in diesem Jahr auf weniger als 3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu senken. „Aber der als Reformer angetretene Ministerpräsident Mario Monti hat den verkrusteten italienischen Arbeitsmarkt nicht wesentlich reformieren können“, fügte der Ökonom hinzu.

Die Löhne dürften nach Krämers Einschätzung in Italien weiter stärker zulegen als die Produktivität. Die Wettbewerbsfähigkeit Italiens werde zudem weiter leiden, nachdem das Land seit Einführung des Euro bereits die Hälfte seiner Weltmarktanteile verloren habe. „Italien ist trotz gewisser Erfolge bei der Haushaltskonsolidierung ein wirtschaftlich angeschlagenes Land, das dringend Reformen bedarf“, resümiert Krämer. „Aber der Reformwille der Regierung ist versandet.“

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Ökonomen warnen vor Ansteckung Italiens

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Dekabank hält Italien für "verwundbar"

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  • @ Montizuma,
    Zitat aus dem Artikel:
    "das Finanzvermögen seiner Bürger (Italiener) betrage 175 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, in Deutschland seien es nur 125 Prozent."
    Hier wird suggeriert die Italiener wären reicher als die Deutsche, pervers und perfide.
    Wenn man aber das Absolut sieht dann sieht die Lage ganz anderes aus.
    Italien braucht Wachstum, in der heutige Lage kann Italien Wachstum nur erreichen wenn im Land investiert wird.
    Die beste, wahrscheinlich einzige Möglichkeit Investition für Wachstum nach Italien zu locken ist eine Erhöhung der MwSt. und gleichzeitige Senkung der Gewerbesteuer auf das Niveau von Irland.
    Dadurch wird Fremdkapital ins Land geholt und aus dem Ausland weniger importiert da der Konsum insgesamt zurückgefahren wird auf Grund der erhöhten MwSt..
    Schulden sollen durch Export bezahlt werden, nicht durch Verarmung der Menschen.
    Das Experiment „Griechenland“ (Danke Merkozy) war bestimmt kein Erfolg, wie man sieht.

  • Zitat aus dem Artikel:
    "das Finanzvermögen seiner Bürger (Italiener) betrage 175 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, in Deutschland seien es nur 125 Prozent."
    Hier wird suggeriert die Italiener wären reicher als die Deutsche, pervers und perfide.
    Wenn man aber das Absolut sieht dann sieht die Lage ganz anderes aus.
    Italien braucht Wachstum, in der heutige Lage kann Italien Wachstum nur erreichen wenn im Land investiert wird.
    Die beste, wahrscheinlich einzige Möglichkeit Investition für Wachstum nach Italien zu locken ist eine Erhöhung der MwSt. und gleichzeitige Senkung der Gewerbesteuer auf das Niveau von Irland.
    Dadurch wird Fremdkapital ins Land geholt und aus dem Ausland weniger importiert da der Konsum insgesamt zurückgefahren wird auf Grund der erhöhten MwSt..
    Schulden sollen durch Export bezahlt werden, nicht durch Verarmung der Menschen.
    Das Experiment „Griechenland“ (Danke Merkozy) war bestimmt kein Erfolg, wie man sieht.

  • Das ist schon eine tolle Situation, in die sich die Kanzlerin gebracht hat. Die Wahl zwischen politischem Selbstmord oder verhöhnt werden in allen Sprachen. Hätte nicht gedacht, dass jemand für so etwas auch noch gerne zahlt, aber das scheint es wirklich zu geben.

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