Schuldenkrise
Großbritannien geißelt Euro-Krisenmanagement

Egal wie die Wahl in Griechenland am Sonntag ausgeht: Großbritanniens Finanzminister George Osborne glaubt nicht an eine baldige Lösung der Schuldenkrise. Stattdessen kritisiert er das Krisenmanagement der Euro-Länder.
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LondonGroßbritannien hat das Krisenmanagement der Euro-Länder zur Eindämmung ihrer Schuldenprobleme kritisiert. „Es ist ziemlich klar, dass die Euro-Zone nicht in der Lage gewesen ist, dieses Problem zu lösen - und es wird schlimmer“, sagte der britische Finanzminister George Osborne am Freitag dem US-Fernsehsender CBS News. Mit der Wahl in Griechenland und den steigenden Zinsen für Spanien sei keine rasche Besserung in Sicht. Mit einer Lösung der Schuldkrise sei in den nächsten Monaten nicht zu rechnen. „Das wird uns den Sommer hindurch begleiten“, sagte Osborne.

Die Euro-Schuldenkrise und der Streit um das richtige Krisenmanagement dürften auch den G20-Gipfel am Montag und Dienstag in Mexiko dominieren. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich zuletzt verstärkt gegen Forderungen zur Wehr gesetzt, zur Bekämpfung der Schuldenkrise auch neue Instrumente wie etwa gemeinsame Anleihen der Euro-Länder oder auch einen Schuldentilgungsfonds einzusetzen.

Mit Blick auf die griechische Parlamentswahl am Sonntag warnte Osborne vor den Folgen eines unkontrollierten Austritts des hochverschuldeten Landes aus der Euro-Zone: „Das schlimmste für die Welt wäre ein griechischer Austritt ohne einen Plan, wie man mit den Ansteckungsgefahren umgehen will. Denn das wäre wie Lehman Brothers pleitegehen zu lassen und keinen Plan für den Tag danach zu haben.“

Großbritannien ist die größte Volkswirtschaft in Europa außerhalb der Euro-Zone. Die Regierung in London macht die Euro-Schuldenkrise mitverantwortlich für die eigenen Wirtschaftsprobleme. So steckt die britische Wirtschaft das zweite Mal innerhalb von vier Jahren in der Rezession.

In Griechenland wird am Sonntag das zweite Mal innerhalb von sechs Wochen ein Parlament gewählt, nachdem die erste Abstimmung zu keiner Regierungsbildung geführt hatte. Bei den letzten Umfragen zwei Wochen vor der Wahl lagen die konservative Partei Neue Demokratie und die linksradikale Syriza dicht beieinander. Seitdem dürfen keine Umfragen mehr durchgeführt werden. Die Wahl wird in der ganzen Welt mit Spannung verfolgt. Nach Reuters-Informationen halten sich die Zentralbanken bereit, bei Bedarf Geld in den Markt pumpen, um Turbulenzen abzufedern.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Schuldenkrise: Großbritannien geißelt Euro-Krisenmanagement"

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  • "Cameron, und mit ihm die Mehrheit der Briten, ist sicher glücklich nicht so weit gegangen zu sein wie die Deutschen, die ihre Souveränität und ihre starke DM gegen eine Dominanz von Bruxelles/Strassbourg und einen schwachen Euro getauscht haben", sagen Sie?

    Haben Sie in der Grundschule im Fach Rechnen nicht gut aufgepaßt?

    Das Pfund stand vor zehn Jahren bei 1,50 Euro, und jetzt bei 1,20.

    Also wären die Briten doch wohl beser dran gewesen ihr schwindsüchtiges Pfund gegen einen starken Euro einzutauschen.

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    Setzen, sechs, Herr "Excel"!

    Oder ist ihre Kalkulationstabelle kaputt?

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    Bei den Briten hält sich hartnäckig die Illusion, daß Manipulation von Zinssätzen und Wechselkursen als Ersatz für eine vernünftige Industriestruktur dienen könnten.

    Und sie haben auch noch die Kühnheit diesen Unsinn, mit der sie sie Stabilität ihrer Währung immer wieder beeinträchtigen, anderen als Wunderheilmittel zu empfehlen.

    Was bei einigen Akteuren sogar ernst gemeint sein mag.

    Kollektive Realitätsverweigerung ist schon lange ein Dauermerkmal der britischen Befindlichkeit.

    Der Verlust des Empire verursacht nämlich noch immer heftige Phantomschmerzen.

  • "Die Geschichte der letzten 100 Jahre hat gezeigt das UK stets mehr an Stabilität u. Kontinuität hatte denn Kontinentaleuropa, excl. Schweiz, versteht sich.", sagen Sie?

    Es darf gelacht werden!

    Anscheinend ist es Ihnen entgangen, daß das britische Pfund 1948 zwanzig Mark wert war, und fünfzig Jahre später drei.

    Anscheinend ist es Ihnen entgangen, daß Großbritannien schon in den siebziger Jahren den Bettelgang zum IWF antreten mußte.

    Anscheinend ist es Ihnen entgangen, daß die britische "Wirtschaft" auf einer gewaltigen Schulden- und Immobilienblase beruht, die immer noch von der Bank of England mit "quantitative easing" am platzen gehindert wird. So daß die modrigen Londoner Reihenhäuser, die in Deutschland schon längst der Planierraupe zum Opfer gefallen wären, immer noch zu Mondpreisen den Besitzer wechseln.

    Anscheinend ist es Ihnen entgangen, daß die Briten seit Jahren ihren Lebensstandard mit Kapitalimport finanzieren. Bloß wenn der letzte griechische und afrikanische Kleptokrat seine Kröten auf der Insel verstaut hat, dann ist auch damit Schluß.

    Anscheinend ist es Ihnen entgangen, daß die britische Zentralbank inzwischen über 20% der britischen Staatsschuld hält.

    Und wenn Sie das "monotone deutsche UK und Banker bashing nervt", dann könnten Sie sich vielleicht 'mal überlegen, daß Deutsche von der Unverschämtheit und Großmäuligkeit der Regierung Ihrer Majestät genervt werden:

    Von der lächerlichen Behauptung Camerons, seine flaue Wirtschaft wäre der "Eurokrise" zuzuschreiben. Und das, obwohl das Vereinigte Königreich noch nicht einmal in der Eurozone ist, während Deutschland in der Eurozone eine bessere Wirtschaftsentwicklung hat.

    Und von der Unverschämtheit Osbornes Eurobonds zu fordern, die er selber für sein eigenes Land ablehnen würde.

    Von der Unverschämtheit selbst auf 148% BSP Staatsschulden zu sitzen und anderen ungebetene dumme Ratschläge zu erteilen.

  • [+++ Beitrag von der Redaktion gelöscht +++]

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