Seit 1990 kaum noch Bombenanschläge im Libanon
Verletzte bei Bombenanschlag im Libanon

HB BERLIN. In einem überwiegend von Christen bewohnten Vorort der libanesischen Hauptstadt Beirut ist eine Autobombe explodiert. Dabei wurden am Samstag neun Menschen leicht verletzt. Die Fassade eines Gebäudes wurde zerstört. In der Nähe des Explosionsortes gingen Fensterscheiben zu Bruch und wurden geparkte Autos beschädigt.

Augenzeugen berichteten, dass das Auto vor einer Bingohalle im Viertel Neu-Dschdeideh anhalten wollte, aber von Wachleuten zum Weiterfahren aufgefordert wurde. Der Fahrer habe den Wagen dann in der Nähe abgestellt. Wenige Minuten später sei das Auto explodiert. Das Ziel des Anschlags war zunächst unklar. Ein Anwohner sagte, in der Gegend lebe keine prominente Persönlichkeit. «Wir sind alle ganz normale Leute.»

Der Abgeordnete Pierre Dschemajel sprach im Fernsehsender Al Dschasira von einem Terrorakt. Es könne sich um einen Versuch handeln, das Land zu destabilisieren. Er äußerte die Vermutung, dass damit gezeigt werden sollte, was den Libanon erwarte, wenn Syrien sich zurückzieht.

Seit dem Ende des Bürgerkriegs 1990 kam es im Libanon kaum mehr zu Bombenanschlägen.

Allerdings wurde im Oktober ein Abgeordneter der Opposition, der frühere Wirtschaftsminister Marwan Hamade, bei einer Autobombenexplosion in Beirut schwer verletzt, sein Fahrer wurde getötet.

Am 14. Februar wurde der frühere libanesische Ministerpräsident Rafik Hariri bei einem Bombenanschlag mit 17 weiteren Menschen getötet.

Nach wachsendem internationalen Druck und Protesten der libanesischen Opposition begann Syrien am 8. März mit dem Rückzug seiner Streitkräfte und des Geheimdienstes aus dem Libanon. Die Opposition wirft der prosyrischen Regierung des bisherigen und designierten Ministerpräsidenten Omar Karami sowie syrischen Geheimdienstagenten vor, in den Anschlag verwickelt zu sein.

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