Selbstmordattentäter töten 27 Menschen
Militärmaschine im Irak abgestürzt

Angaben der US-Armee zufolge ist am Montag ein Militärhubschrauber der neuen irakischen Luftwaffe abgestürzt. Ungeachtet einer Großrazzia der Truppen im Großraum Bagdad setzen die Aufständischen im Irak zudem ihre blutigen Anschläge fort.

HB BAGDAD/HILLA/KAIRO. An Bord des Militärhubschrauber befanden sich vier US-Soldaten und ein Iraker. Der arabische Nachrichtensender Al-Dschasira berichtete, alle Insassen des Helikopters seien bei dem Absturz in der Provinz Dijala ums Leben gekommen. Die US-Armee machte zunächst keine Angaben zur Absturzursache und zum Schicksal der Besatzung.

Im Irak haben sich am Montag zuvor zwei Selbstmordattentäter in einer Gruppe ehemaliger Polizisten in die Luft gesprengt und mindestens 27 Menschen mit in den Tod gerissen. Zu dem offenkundig koordinierten Doppelanschlag südlich von Bagdad bekannte sich die Extremisten-Organisation Al-Kaida.

Mehr als 100 Menschen wurden nach Polizeiangaben bei der jüngsten Anschlagsserie in der überwiegend von Schiiten bewohnten Stadt Hilla verletzt. In Bagdad ging unterdessen die größte irakische Militäroperation gegen überwiegend sunnitische Aufständische seit dem Sturz von Machthaber Saddam Hussein weiter. 40 000 Soldaten sollten die Zufahrtsstraßen in die Stadt abriegeln. Die jüngste Zunahme der Gewalt hat auch die Spannungen unter den Religionsgruppen im Land verstärkt. Für zusätzliche Verärgerung sorgten Berichte, wonach US-Soldaten vorübergehend den Vorsitzenden einer Sunniten-Partei und drei seiner Söhne festnahmen. Die US-Armee erklärte nach wütenden Protesten der Sunniten, der Mann sei irrtümlich inhaftiert und nach kurzer Zeit wieder freigelassen worden.

Die Attentäter in Hilla mischten sich der Polizei zufolge unter eine Gruppe ehemaliger Polizisten, die vor einem Regierungsgebäude gegen die Auflösung ihrer Einheit demonstrierten. Der eine Attentäter habe seinen Sprengsatz mitten in der Menge gezündet. Der zweite sei nach der ersten Detonation mit den Flüchtenden mitgelaufen und habe sich dann in die Luft gesprengt. „Man kann die Toten gar nicht zählen, die Leichen sind in Stücke gerissen“, sagte ein Augenzeuge. Leichenteile und Schuhe lagen in Blutlachen auf der Straße, Hilfsmannschaften luden Tote und Leichenteile auf Lastwagen.

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