Senator kündigt offiziell Präsidentschaftskandidatur an
Barack Obama beschwört Lincolns Erbe

Der Ort war mit Bedacht gewählt: Vor dem Old State Capitol in Springfield im US-Staat Illinois kündigte Barack Obama am Samstag offiziell seine Präsidentschaftskandidatur an. Dort wirkte der Sklavenbefreier Abraham Lincoln acht Jahre als Abgeordneter, bevor er 1860 zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt wurde.

HB SPRINGFIELD. Senator Obama will mit seiner Kandidatur an das Erbe Lincolns anknüpfen und der erste US-Präsident mit dunkler Hautfarbe werden. In Springfield begann auch die politische Karriere des neuen Stars der Demokratischen Partei. Der 45-Jährige war vor seiner Wahl in den US-Senat 2004 acht Jahre Senator im Parlament seines Heimatstaates Illinois. Im innerparteilichen Wettstreit um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten gilt Obama derzeit neben Senatorin Hillary Clinton als Favorit unter den fast einem Dutzend Bewerbern.

Bis zur Kandidatenkür auf dem Parteitag in Denver (Colorado) im August nächsten Jahres ist es allerdings noch ein langer Weg. Und die Vergangenheit hat gezeigt, dass aus dem Vorwahlmarathon, der Anfang 2008 beginnt, die Favoriten nicht unbedingt auch als Sieger hervorgehen.

Obama ist im Vergleich zu Mitbewerbern wie Clinton, Senator Joseph Biden oder dem Exsenator und früheren Vizepräsidentschaftskandidaten John Edwards ein politischer Neuling: Der Sohn eines kenianischen Vaters und einer amerikanischen Mutter ist schließlich erst seit etwas mehr als zwei Jahren auf der großen politischen Bühne in Washington.

Dennoch avancierte er schon bei seiner Wahl in den US-Senat im November 2004 zum Hoffnungsträger der Demokraten, nachdem er kurz zuvor auf dem Wahlparteitag in Boston eine viel umjubelte Rede gehalten hatte. Es war sein Optimismus, die die Zuhörer für ihn einnahm. Seine Popularität verdankt er auch der Veröffentlichung zweier autobiografischer Bestseller, entblößender Paparazzi-Fotos in Hochglanz-Magazinen und Auftritten mit der Talk-Show-Moderatorin Oprah Winfrey.

Wie viele aufstrebende Politiker der Demokraten vor ihm wurde auch Obama schon mit John F. Kennedy verglichen. Dieser war 1960 übrigens der bislang letzte Präsident, dem der Sprung ins Weiße Haus direkt vom Senat aus gelang. Wie seinerzeit Kennedy stellte sich Obama am Samstag als Vertreter einer neuen Generation vor. Zu seinen Vorstellungen vom Präsidentenamt sagte Obama unlängst: „Dies ist ein Amt, um das man sich nicht einfach aus Ehrgeiz bewirbt. Man muss tief im Innern spüren, dass man eine Vision hat, für die sich der Einsatz lohnt.“

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