Seuchengefahr wächst
Mehr als 150 000 Tote befürchtet

Die Zahl der Opfer nach der Flutkatastrophe in Südasien wächst immer weiter. Nach bisherigen Angaben starben am Sonntag in Süd- und Südostasien durch das Erdbeben oder die Flutwellen mehr als 120 000 Menschen. Schätzungen gehen von weit mehr als 150 000 Toten aus. Unter den Toten befinden sich mehere tausend Ausländer. Deutlich mehr als 1000 Deutsche gelten als vermisst.

HB NEU/DELHI/JAKARTA/KÖLN. Allein auf der indonesischen Insel Sumatra kamen nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Jakarta fast 80 000 Menschen ums Leben. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurden in Süd- und Südostasien etwa fünf Millionen Menschen obdachlos. Hunderttausende sind von Seuchen bedroht.

Mindestens eine halbe Million Menschen seien „bei dieser beispiellosen globalen Katastrophe“ verletzt worden, sagte UN- Generalsekretär Kofi Annan am Donnerstag vor der Presse in New York. Bislang haben mehr als 30 Staaten und Organisationen mehr als eine halbe Milliarde Dollar (rd. 366 Millionen Euro) an Finanzhilfe bereitgestellt oder fest zugesagt.

In der Nacht zum Freitag landete der Lazarett-Airbus „MedEvac“ der Bundeswehr mit 49 zum Teil schwerst Verletzten der Flutkatastrophe auf dem Flughafen Köln-Bonn. Von dort aus sollten die Verletzten in Krankenhäuser in ihrer Heimatnähe gebracht werden. Während des etwa 15-stündigen Fluges von Phuket in Thailand über Dubai nach Deutschland kümmerten sich Notfallmediziner um die Patienten. Die fliegende Intensivstation soll schon am Freitagmittag wieder nach Phuket fliegen.

US-Außenminister Colin Powell wird die Region direkt nach dem Jahreswechsel besuchen. Zu der Delegation, die am kommenden Sonntag zu einer Reise in die Erdbebenregion aufbrechen werde, gehöre auch der Gouverneur des US-Bundesstaates Florida Jeb Bush, sagte der stellvertretende Sprecher des Weißen Hauses Trent Duffy am Donnerstag in Crawford.

Powell wird am Freitag in New York mit Annan über die weitere Hilfe für die Erdbebenopfer in Südostasien sprechen. Dabei geht es vor allem um die Führungsrolle sowie um die Regelung der weiteren Zusammenarbeit. Die USA werden an der für Anfang Januar geplanten Geberkonferenz zur Hilfe für die betroffenen Länder teilnehmen. Das kündigte Außenamtssprecher Richard Boucher am Donnerstag in Washington an. Außerdem werde bei der nächsten Sitzung des Pariser Clubs am 12. Januar über den weiteren Umgang mit den Schulden der betroffenen Länder gesprochen.

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