Sicherheitsvorkehrungen auf dem Höchststand
Vier Tote bei Anschlag auf Deutsche in Kundus

Vier Afghanen sind bei einem Anschlag auf deutsche Soldaten im nordafghanischen Kundus getötet worden, darunter zwei Kinder. Der Sprengsatz detonierte, als das Fahrzeug der Bundeswehr im Zentrum der Stadt einen Kiosk passiert habe, teilten Vertreter von Militär und Verwaltung mit.

HB KABUL. Der afghanische Fahrer des Wagens kam den Angaben zufolge ums Leben. Deutsche Soldaten waren demnach nicht in dem Fahrzeug. Ein Sprecher der Nato-Truppen im Land warnte vor einer sich verschlechternden Sicherheitslage in den kommenden Wochen bis zu den im September geplanten ersten Wahlen nach dem Sturz der radikal-islamischen Taliban Ende 2001.

Bewohnern der Stadt zufolge wurden neun weitere Menschen bei der Explosion auf der belebten Straße verletzt, darunter mehrere Kinder. Von den 250 deutschen Mitgliedern des Regionalen Wiederaufbau-Teams (PRT) sei niemand verwundet, sagte ein Sprecher der Internationalen Schutztruppe für Afghanistan (Isaf), die wie die Aufbauteams von der Nato geführt wird.

Der Gouverneur der Provinz Kundus, Mohammad Omar, vermutete Taliban-Kämpfer, ihre El-Kaida-Verbündeten oder Anhänger des ehemaligen Ministerpräsidenten Gulbuddin Hekmatjar hinter dem Anschlag. Hekmatjar kämpft gegen die Zentralregierung in Kabul. In der vergangenen Woche waren in der von der Bundeswehr geschützten Region elf chinesische Arbeiter eines Straßenbauprojekts der Weltbank getötet worden.

„Sie (der gewalttätigen Gruppen) versuchen den Wahlprozess und die Wahlen zu verzögern“, sagte Isaf-Sprecher Jacek Ciszek. Die Sicherheitslage habe sich in jüngster Zeit verschlechtert. „Das ist ziemlich offensichtlich. Jeder kann feststellen, dass die Sicherheitslage weit davon entfernt ist, stabil zu sein.“ Seit August 2003 sind in Afghanistan mehr als 800 Menschen bei Angriffen und Anschlägen ums Leben gekommen.

Der afghanische Präsident Hamid Karsai hatte am Vortag in Washington eine Aufstockung der Nato-Truppen gefordert, um die Sicherheitslage zu den Parlaments- und Präsidentschaftswahlen zu verbessern. Die Nato plant den Einsatz weiterer Wiederaufbau- Teams, die in den Provinzen für Stabilität sorgen und die Kontrolle der afghanischen Zentralregierung in Kabul stärken sollen. Das Wiederaufbau-Team der Bundeswehr in Kundus ist für insgesamt vier Provinzen zuständig.

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