Simbabwes Opposition bittet um Hilfe
Mugabe ruft zur Verteidigung „gegen die Weißen“ auf

Der Machtkampf in Simbabwe zwischen dem autokratischen Staatschef Robert Mugabe und der Opposition geht weiter. Dabei versucht es Mugabe nun offenbar mit einem Ablenkungsmanöver. Er ruft zur Verteidigung seines Landes „gegen die Weißen“ auf.

HB JOHANNESBURG/HARARE. Mugabe erklärte nach Angaben des Südafrikanischen Rundfunks vom Montag, die Weißen wollten die von ihm eingeleitete Landreform umkehren. Die wegen ihrer Gewaltbereitschaft gefürchteten Veteranen des Befreiungskrieges hatten am Wochenende bei der Besetzung von einigen der noch verbliebenen Farmen in weißem Besitz ähnlich argumentiert.

Anhäber Mugabes bestzten am Wochenende die Farmen von mindestens acht weißen Rinderzüchtern. Es handelte sich um eine offenbar inszenierte Aktion, über die das staatliche Fernsehen berichtete. Hintergrund könnte möglicherweise sein, die Öffentlichkeit von dem Streit über das Wahlergebnis abzulenken. Ein Sprecher des Farmerverbandes berichtete später, die Polizei habe die Militanten in sechs Fällen überzeugen können, sich von den Farmen zurückzuziehen.

Die Milizen setzen sich zumeist aus Veteranen des Guerillakriegs gegen die weiße Minderheitsregierung in den 1970er Jahren zusammen. Sie gelten als Mugabes Kampftruppe. Zum Jahrtausendwechsel betrieben sie federführend die blutige Enteignung weißer Farmer, die den wirtschaftlichen Ruin des Landes beschleunigte.

Knapp anderthalb Wochen nach der Präsidentenwahl ist deren offizielles Ergebnis nach wie vor unbekannt. Oppositionsführer Morgan Tsvangirai wandte sich erneut mit einem Hilferuf an die internationale Öffentlichkeit. Die Lage in dem afrikanischen Krisenland befinde sich auf des Messers Schneide, Mugabe rüste sich für eine gewalttätige Auseinandersetzung, schrieb der Vorsitzende der oppositionellen Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) in einem Beitrag für die britische Zeitung „The Guardian“.

Tsvangirai, der nach einer Paralleauszählung der Ergebnisse von seiner Partei mit 50,3 Prozent der Stimmen zum Wahlsieger erklärt wurde, fordert wirtschaftlichen Druck. Der Internationale Währungsfonds solle seine Simbabwe-Hilfe zurückhalten. „Jetzt ist die Zeit für starke Aktionen“, meinte er. Die MDC will gegen Mittag erneut vor Gericht versuchen, eine zügige Veröffentlichung der Präsidentenwahl-Ergebnisse durchzusetzen. Mugabes ZANU(PF)-Partei hat dagegen eine erneute Auszählung der Stimmen wegen angeblicher Unregelmäßigkeiten gefordert.

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