Sipri-Bericht zu Rüstung
Mehr Geld für Atomwaffen

Die US-Regierung steckt mehr als 348 Milliarden Dollar in die Modernisierung der Atomwaffen. Dabei hatte Friedensnobelpreisträger Obama angekündigt, die Zahl der Atomwaffen zu reduzieren. Die USA sind keine Ausnahme.

StockholmDie großen Atomwaffen-Nationen rüsten nur langsam ab und investieren gleichzeitig Milliarden in die Modernisierung ihrer Bestände. Das gilt vor allem für Russland und die USA, die gemeinsam über 90 Prozent aller Atomwaffen besitzen, wie aus einem Bericht des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri hervorgeht.

„Der ehrgeizige Modernisierungsplan der USA, den die Obama-Regierung präsentiert hat, steht in starkem Kontrast zu Präsident Barack Obamas Versprechen, die Zahl der Atomwaffen und die Rolle, die sie in der nationalen Sicherheitsstrategie der USA spielen, zu reduzieren“, sagte Sipri-Experte Hans Kristensen laut Mitteilung.

Demnach wollten die USA zwischen 2015 und 2024 insgesamt 348 Milliarden Dollar in ihre Atom-Arsenale stecken. Das 2011 in Kraft getretene Abkommen „New START“ sieht vor, dass Russland und die USA die Zahl ihrer strategischen Atomwaffen auf 1550 verringern.

Die USA verfügen laut Sipri aktuell über insgesamt etwa 7000 Atomsprengköpfe, Russland über 7290. Alle neun Atomwaffenstaaten kommen zusammen auf 15.395 Sprengköpfe. Die von Sipri genannten übrigen sieben Atomwaffenstaaten - Großbritannien, Frankreich, China, Indien, Pakistan, Israel und Nordkorea - haben deutlich kleinere Arsenale - insgesamt 4120 Atomsprengköpfe. Allesamt hätten sie jedoch damit begonnen, neue Raketensysteme zu entwickeln oder ihre Absicht dazu bekundet.

Insgesamt hatten die neun Staaten dem Sipri-Bericht zufolge Anfang des Jahres rund 4100 Atomwaffen einsatzbereit und verfügten über knapp 15.400 atomare Sprengköpfe. 2015 waren es noch 15.850.

China baue seine Atomstreitmacht offenbar aus und modernisiere sein Arsenal, heißt es in dem Bericht weiter. Indien und Pakistan vergrößerten ihre Bestände an Atomsprengköpfen und arbeiteten an neuen Trägersystemen. Nordkorea habe nach Einschätzung von Experten inzwischen ausreichend nukleares Material für etwa zehn Sprengköpfe. Es sei allerdings unklar, ob das kommunistische Land über einsatzfähige Waffen verfüge.

Alle Atomwaffenstaaten setzten weiterhin in erster Linie auf die nukleare Abschreckung als „Eckpfeiler ihrer nationalen Sicherheitsstrategien“, betonte der Chef des Sipri-Nuklearwaffen-Projekts, Shannon Kile. Damit bleibe trotz einer „Reduzierung der Anzahl der Waffen“ die Aussicht auf einen „wirklichen Fortschritt bei der nuklearen Abrüstung düster“.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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