Skepsis bei UN zu US-Vorstoß
USA räumen Terrorgefahr im Irak ein

Nach den jüngsten Bombenanschlägen auf die jordanische Botschaft und das UN-Hauptquartier in Bagdad hat die US-Armee eine wachsende Bedrohung durch Terroristen im Irak eingeräumt. „Sie sind ganz klar ein Problem für uns, weil ihre Attacken so ausgeklügelt sind“, erklärte der Chef des US- Zentralkommandos, John Abizaid, am Donnerstag in Washington.

dpa/rtr WASHINGTON/NEW YORK. „In einigen Fällen“ gebe es eine Zusammenarbeit zwischen Anhängern des alten Regimes von Saddam Hussein und Terror-Gruppen.

Nach Ansicht des US-Generals wäre eine Verstärkung der US-Truppen im Irak aber keine Garantie dafür, dass künftig Terroranschläge verhindert werden könnten. Terroranschläge könnten unabhängig von der Truppenstärke geschehen.

Der Anschlag auf das Uno-Hauptquartier zeigt nach den Worten des britischen Außenministers Jack Straw, dass der Terrorismus nicht nur die USA oder Großbritannien bedroht, sondern die ganze Welt.

Unterdessen bekannte sich eine bislang unbekannte moslemische Gruppe zu dem Autobombenanschlag auf dem UN-Sitz in Bagdad. Der arabische Fernsehsender El Arabija berichtete von einem Bekennerschreiben der „Bewaffneten Vorhut der zweiten Armee Mohammeds“. Darin werde allen Ausländern im Irak der Krieg erklärt. Weitere Anschläge sollten folgen. Die arabischen Länder würden in dem Schreiben davor gewarnt, Truppen in den Irak zu senden. Bei dem Anschlag auf das UN-Hauptquartier in Bagdad waren am Dienstag 24 Menschen getötet worden.

Zu dem Anschlag auf die jordanische Botschaft mit 17 Toten vor zwei Wochen hat sich bislang keine Gruppe bekannt. Die irakischen Ermittler gehen davon aus, dass sich hinter beiden Anschlägen die gleiche professionell organisierte Terrorgruppe verstecken könnte.

Angesichts der prekären Sicherheitslage in Bagdad streben die USA eine neue UN-Resolution an, die zur internationalen Militärhilfe für die Befriedung des Iraks unter dem Kommando der Besatzungsmächte aufruft. Im Sicherheitsrat stieß die Ankündigung eines entsprechenden Resolutionsvorschlags durch US-Außenminister Colin Powell am Donnerstag auf Skepsis und deutliche Zurückhaltung. Frankreich, Russland und Deutschland machten deutlich, dass ihre Zustimmung von einer gleichzeitigen deutlichen Stärkung der UN-Rolle im Irak abhängen würde.

Straw: Globale Terrorismus-Bedrohung

„Das ist ein Krieg gegen die Welt, und die Vereinten Nationen anzugreifen war ein Angriff auf die internationale Gemeinschaft“, sagte Straw, der sich am Hauptsitz der Uno in ein Kondolenzbuch für die Opfer des Anschlags eintragen wollte. Bei dem Attentat mit einer Autobombe wurden mindestens 24 Menschen getötet, darunter der Irak-Beauftragte der Uno, Sergio Vieira de Mello.

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