Sohn von irakischer Regierungsrätin getötet
Erneuter Anschlag auf Politikerin im Irak

Unbekannte haben einen Konvoi des irakischen Regierungsratsmitglieds Salama el Chafadschi überfallen. Dabei wurde Chafadschis Sohn getötet, die Politikerin überlebte den Anschlag unverletzt. Drei Sicherheitsmänner wurde verletzt.

HB BAGDAD. Chafadschi ist Schiitin und war von der umkämpften Stadt Nadschaf aus auf dem Rückweg nach Bagdad. Es war zunächst unklar, ob es sich um einen politisch motivierten Anschlag oder einen räuberischen Überfall handelt. In der vergangenen Woche wurden zwei Anschläge auf Mitglieder des von den USA eingesetzten Regierenden Rates verübt. Einer der beiden Räte überlebte verletzt. Chafadschi rückte im Rat selbst für ein Mitglied nach, das im September getötet worden war. Am 30. Juni soll eine Übergangsregierung die Macht im Irak übernehmen.

„Wir haben gehört, dass einige verletzt wurden. Sie (Chafadschi) ist ersten Hinweisen zufolge nicht unter den Verletzten“, sagte ein Berater des Regierungsrats Mohammed Bahr el Ulum. Ulum hatte wie Chafadschi an den Vermittlungsgesprächen zwischen dem aufständischen Schiitenführer Moktada el Sadr und der US-Armee zur Beendigung der Kämpfe in Nadschaf teilgenommen. Der Sohn der Regierungsrätin sei ums Leben gekommen, als sein Fahrzeug während des Angriffs von der Straße abkam und eine Böschung des Flusses Jusufija hinabstürzte, sagte ein Berater des Ratsmitglieds Abdul Karim el Mohammadaui, der ebenfalls an den Gesprächen in Nadschaf beteiligt war. Der Angriff ereignete sich den Angaben zufolge etwa 40 Kilometer südwestlich von Bagdad. In dem Gebiet sind wiederholt Autokonvois unter Beschuss gekommen.

In der vergangenen Woche riss ein Selbstmordattentäter den amtierenden Ratschef Issedin Salim vor dem Eingang der US-Zivilverwaltung in Bagdad mit in den Tod. Wenige Tage später wurde der stellvertretende Innenminister General Abdel Dschabar el Schaikli durch eine Autobombe verletzt, die vor seinem Haus in Bagdad explodierte. Zu dem Anschlag auf Salim bekannte sich eine Gruppe, die US-Angaben zufolge zur radikal-moslemischen El Kaida Verbindungen hat. Die Mitglieder des Regierungsrates werden wegen ihrer Zusammenarbeit mit den USA von den extremen Gegnern der US-Besatzung als Verräter betrachtet.

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