Somalia
Islamisten richten französische Geisel hin

Der französische Geheimdienstagent Denis Allex ist tot. Via Twitter verbreitete die islamistische Shebab-Miliz am Donnerstag die Nachricht von seiner Hinrichtung. Eine Befreiungsaktion war am Wochenende gescheitert.
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MogadischuDie islamistische Shebab-Miliz in Somalia hat nach eigenen Angaben ihre französische Geisel getötet. Der Geheimdienstagent Denis Allex sei am Mittwoch hingerichtet worden, teilte die Miliz über Twitter mit. Ein Shebab-Sprecher kündigte zudem die Veröffentlichung von Audio- und Videodokumenten als Beweise zu einem späteren Zeitpunkt an.

Der französische Präsident François Hollande hatte den Tod von Allex schon am Mittwoch bestätigt. Nach französischen Angaben war der Agent aber bereits bei der gescheiterten Befreiungsaktion in der Nacht auf Samstag ums Leben gekommen. Zudem wurden dabei auch zwei französische Soldaten und 17 Somalier getötet.

Der Franzose war 2009 gemeinsam mit einem Kollegen entführt worden. Dem Kollegen gelang später die Flucht. In der Nacht zum Samstag vergangener Woche hatte die französische Armee versucht, die Geisel zu befreien, die Aktion endete aber in einem Blutbad. Nach französischen Angaben wurden 17 Islamisten, ein französischer Soldat und wahrscheinlich auch die Geisel getötet. Die Islamisten beharrten hingegen darauf, dass die Geisel noch am Leben gewesen sei.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Welcher Journalismus?

    Das ist doch hier alles Propaganda.

    In einer großen Zeitung wird doch quasi kein einziger Artikel mehr plaziert ohne den Willen das Volk in irgendeine Richtung zu dirigieren.

  • Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um. Als Geheimdienstagent gehört ein frühzeitiges Ende von Karriere bzw. Leben zum „Berufsrisiko“. Wäre er ein Tourist gewesen, würde weltweit ein Sturm der Empörung losbrechen, aber Geheimdienstagenten wissen um die Risiken ihrer Tätigkeit und bringen nicht nur sich, sondern auch Angehörige und Kollegen in Gefahr mit ihren Informationen. Wer James Bond spielt, kann dabei umkommen. Das Risiko getötet zu werden, gehört auch zum Tagesgeschäft eines jeden Soldaten im Auslandseinsatz. Doch darüber sprechen die Medien nur dann, wenn Uniformen im Dutzend fallen – für das „Vaterland“. Mein Mitleid hält sich in Grenzen. Das mag herzlos klingen, aber mit Herz haben Geheimdienste nichts zu tun – ganz im Gegenteil.

  • So schlimm der Tod eines Menschen auch ist - ein aktiver Geheimagent sollte nicht mit Zivilisten gleichgesetzt werden. Dieser Ausgang ist Teil des Berufsrisikos, welches die Agenten bewusst eingehen.

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