Sondierungstreffen
Venizelos sieht gute Chancen für Regierungsbildung

Nach einem ersten Sondierungstreffen zeigt sich der Chef der griechischen Sozialisten, Evangelos Venizelos, zuversichtlich. Er rechnet mit der Bildung einer Mehr-Parteien-Regierung.
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AthenIn Griechenland hat sich der Chef der sozialistischen Pasok-Partei Evangelos Venizelos zuversichtlich über die Chancen einer Mehr-Parteien-Regierung geäußert. Ein erstes Sondierungstreffen mit der Demokratischen Linkspartei sei ein gutes Omen, sagte Venizelos am Donnerstag in Athen. Der Chef der Linkspartei erklärte sich zu einer Regierungsbeteiligung bereit, stellte jedoch strikte Bedingungen. Die Linkspartei gilt als möglicher Königsmacher, nachdem sich Sparkritiker und Sparbefürworter bislang nicht auf eine Regierungsbildung einigen konnten.

Am Donnerstag gingen die Bemühungen um eine Regierungsbildung in Griechenland in die dritte Runde. Der Führer der zur drittstärksten Partei degradierten Sozialisten (PASOK), der bisherige Finanzminister Evangelos Venizelos, wurde von Staatspräsident Karolos Papoulias mit der Regierungsbildung beauftragt. Seit der Parlamentswahl am Sonntag bekamen weder die stärkste Partei, die konservative Neue Demokratie (ND), noch die zweitstärkste Kraft, das Radikale Linksbündnis Syriza, eine regierungsfähige Mehrheit zustande.

Syriza-Führer Alexis Tsipras erklärte am Mittwochabend seine Bemühungen für gescheitert. Tsipras ist ein Gegner des radikalen Sparkurses zur Sanierung der Staatsfinanzen, den ND-Chef Antonis Samaras und Venizelos mitgetragen haben.

In einem Brief an führende Vertreter der Europäischen Union forderte Tsipras am Donnerstag eine Revision der strengen Sparforderungen aus Brüssel. Das Wahlergebnis vom vergangenen Sonntag habe den Rettungspaketen für Griechenland und den damit verbundenen Sparverpflichtungen die politische Legitimation entzogen, hieß es in dem Schreiben.

Die Kürzungen würden der griechischen Wirtschaft schaden und eine "humanitäre Krise" auslösen. Der Brief war an den EU-Ratspräsidenten Herman Van Rompuy, Kommissionspräsident José Manuel Barroso und den Chef der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, adressiert.

Interaktive Infografik

Griechenland: Staatsverschuldung von 2007 bis 2011

in Mrd. Euro


Unterdessen appellierte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble an die Griechen, sie sollten Versprechen eines "bequemen Weges" aus der Schuldenkrise nicht vertrauen. Der CDU-Politiker bekräftigte in Berlin die Bereitschaft der Europäischen Union, Griechenland umfassend zu helfen.

Das griechische Volk müsse sich jedoch dafür entscheiden, den entsprechenden Weg zu gehen. Das bedeute zwar außerordentliche Herausforderungen für die Griechen, aber es gebe keinen bequemen Weg. Wer den Menschen etwas anderes einrede, werde seiner Verantwortung nicht gerecht.

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Konservative wollen Minderheitsregierung stützen

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  • Liebe HB-Online-Redaktion,
    sehr geehrter Herr Stock,

    auch wenn wahrscheinlich viele Kommentatoren Ihre Auffassung, alle mögen doch bitte ihren wahren Namen angeben, vom Grundsatz her teilen, so wird es den meisten dennoch nicht möglich sein, unter ihrem echten Namen zu mailen.
    Auch mir nicht. Ich lebe in Griechenland und muss bei Angabe meines Namens um meine Unversehrtheit fürchten.
    Andere möchten nicht, dass der Chef liest, was man schreibt. Oder dass die Mitarbeiter die Meinung in allen Einzelheiten kennen.
    Ihr Wunsch ist daher unrealistisch.
    Das Netz ist doch eigentlich die einzige Möglichkeit, die Meinung frei zu äußern. Sie sollten daher lieber an den Anstand appellieren - immer wieder eben, wenn das nötig ist. Und einfach mehr redigieren, wenn Ihnen der Ton oder der Inhalt nicht gefällt.
    Und vielleicht sollten Sie sich auch dafür einsetzen, dass der Bürgerwille mehr akzeptiert wird. Denn die vielen missgelaunten Kommentare haben doch eine Ursache. Je weniger die Bürger die Möglichkeit haben, ihre Geschicke selbst zu bestimmen, weil sich Lobbyisten stets durchsetzen, umso mehr wird der rüde Ton zunehmen. Sie sollten also lieber mithelfen, die Ursachen der Misstöne zu bekämpfen, als sie leise zu stellen.

  • "Ich hoffe, dass dies die politischen Kräfte in GR noch rechtzeitig erkennen. Denn alles andere wäre gefährlich für das Land. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Bevölkerung einfach nur zuschaut, wenn man ihnen ihre Rechte nimmt und die Abstimmungsergebnisse ad absurdum führt."

    Leider, wie bekannt wurde, wird die Bevölkerung über die Konsequenzen der Krisensituation keineswegs aufgeklärt.Sie leisten einfach nur noch Protest.


  • @Wogel

    Wohin transferiert der illegale EFSF dann das Geld? Können sie das beantworten?

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