Sorge um Euro-Zone
Oettinger warnt vor Staatspleite Italiens

Die Europäische Währungsunion würde einen Zahlungsausfall Italiens nicht verkraften, warnt EU-Energiekommissar Günther Oettinger. Den Rettungsfonds will er aber trotzdem nicht aufstocken. Sehr zum Ärger der Spekulanten.
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Eine italienische Staatspleite werde die Eurozone „wahrscheinlich“ sprengen, weil Italien dann als Geberland des Europäischen Rettungsfonds EFSF ausfalle, sagte Oettinger. Der Kommissar sprach sich strikt dagegen aus, das Volumen des EFSF über die geplanten 440 Milliarden Euro hinaus weiter zu erhöhen. „Der Fonds reicht für Portugal, Griechenland und Irland problemlos aus und hat darüber hinaus noch reichlich Kapazitäten“, sagte Oettinger.

Allerdings könne man prüfen, ob der EFSF sich bei der Europäischen Zentralbank (EZB) die nötigen finanziellen Mittel für seine Interventionen an den Finanzmärkten besorgen könne. Geplant ist, das der EFSF ab Oktober Anleihen von finanziell angeschlagenen Euro-Staaten kauft, um die Kurse zu stützen. Eventuell könne sich der EFSF dafür wie eine Geschäftsbank bei der EZB refinanzieren, meinte Oettinger. „Der Vorschlag ist nicht abwegig. Ich habe zwar noch nicht alle Expertenmeinungen dazu gehört. Man sollte aber darüber nachdenken.“

Oettinger ermahnte die Bundesregierung, ihr weiteres Vorgehen bei der Energiewende besser als bisher mit den Partnern in der EU abzustimmen. „Die Abschaltung der ersten acht deutschen Atommeiler war für den Rest der EU gerade noch verkraftbar. Doch die restlichen neun Atomkraftwerke kann Deutschland nicht mehr einfach im Alleingang vom Netz nehmen. Die Bundesregierung muss sicherstellen, dass der Atomstrom durch andere Energien ersetzt wird und sie muss den Partnern in der EU erklären, wie sie das tun wird“, sagte Oettinger.

Der Fokus der Spekulanten richtet sich auf ein für Dienstag angesetztes deutsch-französisches Gipfeltreffen. Börsianer hoffen unter anderem auf eine Aufstockung des Rettungsfonds. Nur so könne die Eurozone im Ernstfall Schwergewichten wie Italien unter die Arme greifen. Allerdings hielten sich die Erwartungen an konkrete Ergebnisse in Grenzen.

„Die Hoffnung ist durchaus, dass man einer europäischen Wirtschaftsunion näher kommt“, sagte Kapitalmarktanalyst Jörg Rahn vom Vermögensverwalter Marcard, Stein & Co. „Und die Hoffnung ist auch, dass sich Frau Merkel allmählich von der Notwendigkeit einer solchen Entwicklung überzeugen lässt.“

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Kommentare zu " Sorge um Euro-Zone: Oettinger warnt vor Staatspleite Italiens"

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  • man könnte doch einfach eine neue "BAD BANK" schaffen und die dort eingelagerten Schulden als "Sonderminusvermögen" bezeichnen.

    Bei Wortschöpfungen sind die Politiker doch sehr kreativ.

  • In der Schule wuerde man solch einen "Aufsatz" mit "Thema verfehlt - 6" bewerten. Oettinger warnt nicht vor der Pleite Italiens, Oettinger denkt darueber nach wie man nachhaltig und nicht adhoc Europa finanziell aufstellen kann.

  • Mensch nu ist doch jut! Der Rettungsschirm wird einfach auf 10 Zillionen Euro aufgestockt. Dann ist die "Krise" endlich vorbei ;)

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