Spanien beeilt sich mit Truppenabzug
Heftige Gefechte in Kerbela

In der schiitschen Pilgerstadt Kerbela sind bei heftigen Gefechten zwischen irakischen Milizionären und Besatzungstruppen in der Nacht zum Freitag mindestens neun Iraker getötet und elf weitere verletzt worden.

HB KERBELA/KAIRO/MADRID. Nach Angaben des Leiters des örtlichen Krankenhauses ist unter den Toten auch ein Kameramann des arabischen Fernsehsenders El Dschasira, dessen Hotel von US- Truppen bombardiert worden sei.

Augenzeugen berichteten, die US-Truppen seien nach rund sechsstündigen Kämpfen am Morgen aus der Stadt abgezogen. Vorausgegangen seien Verhandlungen mit religiösen und politischen Anführern der Stadt. Irakische Polizei patrouilliere in den Straßen.

Im Stadtzentrum entstanden während der insgesamt zehntägigen Gefechte zwischen Milizionären der „Mahdi-Armee“ des radikalen Predigers Muktada el Sadr und US-Truppen schwere Schäden. Unter anderem wurde nach Augenzeugenberichten eine Moschee zerstört, in der El Sadr ein Büro hatte.

Die letzten spanischen Soldaten haben am Freitag ihren Stützpunkt in der Stadt Diwanija südlich von Bagdad verlassen, wie das Madrider Verteidigungsministerium mitteilte. Damit verlief der Truppenabzug der Spanier rascher als eigentlich geplant. Sie fuhren in einem Konvoi nach Kuwait und wurden dort noch am gleichen Tag erwartet. Der Stützpunkt war zuvor von US-Truppen übernommen worden.

Spanien hatte sich an der US-geführten Mission im Irak mit 1 300 Soldaten beteiligt. Nach dem Sieg der Sozialisten bei der spanischen Parlamentswahl am 14. März machte der neue Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero sein Wahlversprechen wahr und ordnete den umgehenden Rückzug der Soldaten aus dem Irak an. Bislang war vorgesehen gewesen, dass die letzten spanischen Soldaten den Irak Ende kommender Woche verlassen sollten.

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