Spanien und Portugal
Zehntausende machen Unmut gegen Sparkurs Luft

In Portugal und Spanien dauern die Massenproteste gegen die Sparpolitik an. Nach zunächst friedlichen Demonstrationen gegen den Kurs ihrer Regierungen kam es in der spanischen Hauptstadt in der Nacht zu Gewaltausbrüchen.
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Lissabon/MadridIn Portugal und Spanien dauern die Massenproteste gegen die Sparpolitik der Regierungen an. Allein in Lissabon beteiligten sich am Samstagabend nach Medienberichten Zehntausende Portugiesen an einer vom Gewerkschaftsdachverband CGTP organisierten Demonstration. In der spanischen Hauptstadt Madrid versammelten sich nach Polizeiangaben rund 4500 Menschen zu einer nicht genehmigten Kundgebung. In beiden Städten blieben die Proteste zunächst weitgehend friedlich. In Madrid kam es dann später zu Auseinandersetzungen zwischen den Demonstranten und der Polizei: Die Beamten versuchten gegen Mitternacht, die noch ausharrenden Demonstranten zu zerstreuen. Die Sicherheitskräfte setzten Schlagstöcke ein, mehrere Demonstranten warfen Steine und Flaschen. Das staatliche Fernsehen meldete zwei Verletzte und zwölf Festnahmen.

Ein Fotograf der Nachrichtenagentur AP berichtete, Polizisten hätten einen Demonstranten hart geschlagen und dieser sei mit einem Krankenwagen abtransportiert worden. Bei Kundgebungen am Dienstag waren mehr als 60 Menschen verletzt worden, 38 wurden festgenommen. Auch am Mittwoch war es zu gewaltsamen Ausschreitungen gekommen. In Spanien war es bereits die dritte Demonstration binnen fünf Tagen, in Portugal der dritte Massenprotest in zwei Wochen.

In Lissabon kündigte Gewerkschaftschef Arménio Carlos die Ausrufung eines „großen Generalstreiks“ an. „Das Volk hat die Angst verloren (...) wir werden den Kampf weiter verschärfen“, sagte er. Der Generalstreik solle wohl vor Jahresende stattfinden. Über den Termin werde der außerordentliche Nationalkongress des CGTP am kommenden Mittwoch entscheiden.

Auf dem Platz Praça do Comércio im Zentrum Lissabons forderten die Demonstranten nicht nur ein Ende der strengen Sparpolitik der Mitte-Rechts-Regierung, die zu Rezession und einer Rekord-Arbeitslosenquote von 15,7 Prozent geführt hat, sondern auch den Rücktritt von Ministerpräsident Pedro Passos Coelho. „Diese Regierung ist völlig diskreditiert, sie kann nicht weitermachen“, sagte Carlos.

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Bis 22 Uhr verlief alles friedlich

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  • So feiert Spanien also den Friedensnobelpreis. (8ung Ironie)
    Schon im Alten Testament wußte man, daß man ein (Nordeuropäisches) Rind und einen (Südeuropäischen) Esel zum Ackern nicht vor ein gemeinsames Joch spannen kann. (5. Mose 22, 10)

  • Gerechtigkeit für Schlappschwänze ?

    Für mich gibt es nur das System Survival of the fittest. Punkt aus !

  • @Dminik

    FlashGordon zeigt doch nur, dass er sich vor solchen Menschen fürchtet. Diese Menschen fordern ein gerechteres System und das kommt für FlashGordon überhaupt nicht infrage, weil er in einem gerechteren System keine Chance mehr hätte. Und die Menschen, die ein gerechteres System fordern, werden immer mehr (langsam kommt es auch in Deutschland). Davor fürchtet er sich! FlashGordon wäre für in einem gerechteren System nutzlos!

    Ignorieren Sie ihn einfach und gut ist. FlashGordon hat zum Glück nichts zu melden und das ist gut so!

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