Spitzenkandidat der Partei BZÖ
Comeback des Rechtspopulisten Jörg Haider

Der österreichische Rechtspopulist Jörg Haider will als Zugpferd für seine Partei bei der vorgezogenen Parlamentswahl am 28. September Stimmen holen. Er trete als Spitzenkandidat für das Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ) an, sagte Haider am Donnerstag.

HB WIEN. Nach dem Scheitern der großen Koalition sehe er diesen Schritt als seine patriotische Verpflichtung an, sagte Haider am Donnerstag in Wien. Er wolle aber keinen Parlamentssitz in Wien einnehmen, sonder in Kärnten Landeshauptmann (Ministerpräsident) bleiben. Er strebe auch keinen Posten als Minister an, sondern stünde nur für das Amt des Bundeskanzlers zur Verfügung. Für das BZÖ würde er aber ein Koalitionsbündnis verhandeln und alle bundespolitischen Entscheidungen mitbestimmen. Dass Haider bei Regierungsbeschlüssen mit am Tisch säße, sei eine unverzichtbare Bedingung für eine Koalition mit dem BZÖ, sagte sein Sprecher Stefan Petzner.

Haider hatte die Freiheitliche Partei (FPÖ) bei der Parlamentswahl 1999 mit mehr als 27 Prozent der Stimmen zur zweitstärksten Kraft gemacht. Der Regierung mit der konservativen Volkspartei (ÖVP) gehörte er jedoch nach heftigen Protesten aus der Europäischen Union nicht an und zog sich auch als Parteichef zurück. Die ÖVP regierte mit der FPÖ bis zu deren Parteispaltung 2005. Danach setzte sie bis zur Wahl 2006 die Koalition mit Haiders BZÖ fort.

Seit mehr als neun Jahren ist Haider mittlerweile Regierungschef in Kärnten. In Umfragen steht das BZÖ an der Vier-Prozent-Hürde für den Einzug ins Parlament. Den Sozialdemokraten (SPÖ) und der ÖVP, die zuletzt eineinhalb Jahre die Regierung bildeten, droht bei der Wahl am 28. September ein Absturz auf unter 30 Prozent der Stimmen. Haiders einstige Partei FPÖ kann Meinungsforschern zufolge mit Stimmengewinnen rechnen. Sie könnte sich von elf auf 18 Prozent steigern und damit wieder die Grünen überholen, die in Umfragen bei 15 Prozent liegen.

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