Staatsbesuch
Sarkozy hofft auf Milliardenaufträge aus China

Wenn Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy heute seinen chinesischen Amtskollegen Hu Jintao zu einem zweitägigen Staatsbesuch empfängt, geht es um die große Weltpolitik – und um große Geschäfte. Dem Vernehmen nach wird allein Airbus eine Order über 100 Flugzeuge einstreichen können.
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PARIS. „Eine ganze Reihe Verträge dürften unterzeichnet werden, das Volumen könnte größer sein, als je ein westlicher Staatschef bei China-Besuchen angekündigt hat“, hieß es aus dem Elysée-Palast.

Airbus wird dem Vernehmen nach eine Order über rund 100 Flugzeuge im Gesamtwert von umgerechnet sieben Milliarden Euro einstreichen können. Für die feierliche Vertragsunterzeichnung morgen Abend wird Airbus-Chef Thomas Enders in Paris erwartet. „Verhandlungen kommentieren wir nicht“, hieß es dazu von Airbus.

Frankreichs Ölriese Total soll ferner für rund drei Milliarden Euro eine moderne Kohlevergasungsanlage gemeinsam mit dem chinesischen Energieanbieter CPI bauen. Ein Volumen von rund drei Milliarden Euro hat zudem ein Lieferabkommen, das Frankreichs staatliche Nuklear-Holding Areva mit dem chinesischen Stromkonzern CGNPC abschließen soll. Dabei soll Areva dem chinesischen Stromriesen rund 20000 Tonnen Uran in den kommenden zehn Jahren liefern. Zunächst wollten sich die Chinesen direkt an einer Uran-Mine beteiligen, jetzt aber haben sie sich für einen klassischen Liefervertrag entschieden. Noch nicht unterschriftsreif scheint dagegen der Kaufvertrag für zwei weitere Kernreaktoren des Typs EPR zu sein.

China ist dank seines starken Wirtschaftswachstums ein umworbener Partner. Die Weltbank hat gestern ihre Schätzung für das Wachstum der chinesischen Wirtschaft von 9,5 auf zehn Prozent in diesem Jahr erhöht. 2011 erwarten die Experten ein Wachstum von 8,7 Prozent.

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  • bleibt nur die Frage, von was träumt der Westentaschen-Napoleon nachts?

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