Stabilisierung der Situation im Blick
Sudan macht Weg für Darfur-Friedenstruppe frei

Nach monatelangem Widerstand hat der Sudan nun doch einer Friedenstruppe unter Beteiligung von Uno-Blauhelmen in der Krisenregion Darfur zugestimmt. Das erklärten die Vereinten Nationen, die Afrikanische Union (AU) und die sudanesische Regierung am Dienstag in einer in New York verbreiteten gemeinsamen Mitteilung. Im Sicherheitsrat gab es gleichwohl Zweifel, ob Khartum damit endgültig eingelenkt hat.

HB NEW YORK/ADDIS ABEBA. Das höchste Uno-Gremium soll an diesem Mittwoch über die Vereinbarung informiert werden. Die gemeinsame Erklärung war von einer hochrangigen Arbeitsgruppe in Addis Abeba erarbeitet worden. Darin heißt es, „angesichts der Erläuterungen und Klarstellungen“, die die Afrikanische Union und die Vereinten Nationen geliefert hätten, habe die Regierung des Sudans den Vorschlag einer gemischten Friedensmission von AU und Uno („Hybrid Operation“) akzeptiert. „Das Treffen ist zu dem Schluss gekommen, dass die vorgeschlagene Operation erheblich zur Stabilisierung der Situation in Darfur beitragen würde.“

Die Teilnehmer sprachen sich für einen sofortigen Waffenstillstand aus, der von umfassenden politischen Gesprächen begleitet werden müsse. Mögliche Truppensteller- und Geberländer wurden aufgefordert, eine „baldige und erfolgreiche Stationierung“ der gemischten Truppe zu unterstützen.

Der amerikanische Uno-Botschafter Zalmay Khalilzad reagierte zurückhaltend. „Wenn die Zustimmung (Khartums) bedingungslos ist, begrüßen wir sie“, sagte er. „Wenn es aber, wie wir gehört haben, Bedingungen gibt, wäre das inakzeptabel.“ Dem Vernehmen nach besteht der Sudan darauf, dass nur Soldaten aus afrikanischen Ländern für die Mission rekrutiert werden.

Uno-Sprecherin Michèle Montas wollte das nicht bestätigen. Sie sagte jedoch, die Vereinten Nationen seien bereit, so viele Soldaten wie möglich aus Afrika zu gewinnen. Dies sei jedoch auch eine Frage der Kapazitäten. Zudem gebe es noch einige „praktische Fragen“, die geklärt werden müssten. Die internationale Gemeinschaft ist gegenüber Zusagen aus Khartum skeptisch, weil die Regierung des sudanesischen Staatschefs Omar Al-Baschir bereits mehrfach Uno-Vorschlägen zugestimmt, ihre Bereitschaft aber später wieder zurückgezogen hat.

Langfristig ist die Aufstellung einer bis zu 20 000 Mann starken Friedenstruppe geplant. Die bereits jetzt in Darfur stationierten 7000 Soldaten der AU gelten in dem Gebiet, das etwa so groß ist wie Frankreich, als völlig überfordert.

Die Kämpfe zwischen arabischen Milizen und schwarzafrikanischen Stämmen in der westsudanesischen Krisenregion haben nach Uno-Schätzungen bisher mindestens 200 000 Menschenleben gefordert. Mehr als 2,5 Mill. Menschen wurden vertrieben. Der Regierung in Khartum wird vorgeworfen, die besonders gefürchteten Dschandschawid-Reitermilizen finanziell und militärisch zu unterstützen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%