Stärkung der Volkspartei erwartet
Die Schweiz hat gewählt

Am Sonntagmittag wurden die Wahllokale für die Parlamentswahlen in der Schweiz geschlossen. Rund 4,9 Millionen Wähler konnten aus einer Rekordzahl von über 3000 Kandidaten für die 200 Parlamentssitze auswählen. In einer ersten Hochrechnung zeichnete sich die erwartete Stärkung der nationalkonservativen Schweizerischen Volkspartei (SVP) ab.

HB ZÜRICH. Bei der Parlamentswahl in der Schweiz hat sich am Sonntag die höchste Wahlbeteiligung seit mehr als 30 Jahren abgezeichnet. Beobachter wie der Wahlforscher Claude Longchamp hielten nach der Auszählung der Stimmen in vier kleinen Kantonen und nach Hochrechnungen in weiteren vier von insgesamt 26 Kantonen eine Beteiligung von mehr als 50 Prozent für möglich.

Das wäre dann das erste Mal seit der Wahl von 1975, dass mehr als die Hälfte der 4,9 Mill. wahlberechtigten Schweizer ihre Stimme abgegeben haben. 1995 hatte die Wahlbeteiligung mit 42,2 Prozent ein historisches Tief erreicht. 2003 lag sie bei 45,2 Prozent.

Der polemisch-aggressive und mit fremdenfeindlichen Tönen durchsetzte Wahlkampf der rechtskonservativen Schweizerischen Volkspartei (SVP) hat offenbar für einen Mobilisierungseffekt bei den Wählern gesorgt. Welcher Partei die höhere Beteiligung letzten Endes zugute kommt, ließ sich am Sonntagnachmittag noch nicht absehen. Zu diesem Zeitpunkt waren erst kleinere, ländliche Kantone ausgezählt, die eher konservativ wählen. In den bevölkerungsreichsten Kantonen wie Zürich, Bern oder dem Aargau wird noch gezählt. Überdies wurden aus den nordöstlichen Kantonen Zürich, St. Gallen und Thurgau Computerprobleme gemeldet. Diese Kantone betreiben gemeinsam ein Rechenzentrum.

Nach einer Hochrechnung des Schweizer Fernsehens für den Kanton Aargau, die als nicht repräsentativ gilt, legt die SVP aber immerhin um 2,4 Prozentpunkte zu. Die zweitstärkste Schweizer Partei, die Sozialdemokraten, verlieren danach in Aargau 3,6 Prozentpunkte, die Grünen gewinnen über zwei Prozentpunkte. Ein solcher Trend war für die gesamte Schweiz erwartet worden. Eine aussagekräftige Hochrechnung dürfte erst am Abend vorliegen.

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