Steigende Inflation
EZB-Ratsmitglied gegen geldpolitische Wende

Die EZB will mit ihrem auf 2,3 Billionen Euro angelegten Wertpapier-Kaufprogramm die Konjunktur anschieben. Jetzt ist das Inflationsziel fast erreicht, doch EZB-Ratsmitglied Ardo Hansson mahnt zur Vorsicht.
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FrankfurtEZB-Ratsmitglied Ardo Hansson hat sich trotz der anziehenden Teuerung im Währungsraum gegen einen sofortigen Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik ausgesprochen. „Der Anstieg der Inflation ist eine gute Nachricht aus Sicht der Notenbank, aber es ist wichtig, genau hinzuschauen“, sagte der Zentralbankchef Estlands der „Süddeutschen Zeitung“ (Donnerstagausgabe). Derzeit fehle die Bestätigung, dass die Inflation wirklich zurückgekehrt sei. „Wir müssen noch ein paar mehr Monate positive Überraschungen erleben“, so Hansson. Dann seien vielleicht Korrekturen nötig.

Die Leitzinsen im Währungsraum liegen auf dem Rekordtief von Null Prozent. Erst im Dezember beschloss die EZB, ihre in Deutschland umstrittenen massiven Staatsanleihenkäufe bis Ende 2017 zu verlängern. „Das ist nicht sehr lange her“, argumentiert Hansson. Aus seiner Sicht müssen Notenbanker in ihrer Geldpolitik beständig sein. „In dieser unruhigen politischen Lage sollte eine Zentralbank eher ein Stabilitätsfaktor sein, als dass sie zu Turbulenzen beiträgt.“ Dieses Jahr stehen unter anderem in den drei wichtigen Euro-Ländern Frankreich Deutschland und den Niederlanden Wahlen an.

Mit ihrem auf 2,3 Billionen Euro angelegten Wertpapier-Kaufprogramm wollen die Währungshüter die Konjunktur anschieben und für mehr Inflation sorgen. Im Januar ist die Teuerung in der Euro-Zone aber auf 1,8 Prozent nach oben geschnellt, was nahe am EZB-Ziel von knapp zwei Prozent liegt. Daraufhin hatten unter anderem manche Volkswirte eine rasche Wende in der Geldpolitik gefordert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Steigende Inflation: EZB-Ratsmitglied gegen geldpolitische Wende"

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  • @Helmut Baltes 23.02.2017, 11:00 Uhr

    EURO und Deutschland passen einfach nicht zusammen.

  • Wie erklär ich's meinen dummen EU-Bürgern, insbesondere den Deutschen?

    Jede Zinserhöhung würde den ganzen Süden der Euro-Zone in den Staatsbankrott treiben. Also muss die Gelddruckerei munter weiter gehen, und das über viele Jahre, bis die Staatsschulden über die Inflation entwertet sind.

    Die Frau Bundeskanzlerin hat die passende Antwort: Am Besten gar nicht drüber reden, schon gar nicht im Deutschen Bundestag. So hat Sie's bei Honni gelernt.

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