Steuerabkommen
Bankenverband warnt vor Kunden-Flucht

Wenn das Steuerabkommen platzt, fürchtet der Schweizer Bankenverband, dass viele Kunden ihr Geld aus der Schweiz abziehen. Die SPD-geführten Bundesländer wollen das Abkommen im Bundesrat scheitern lassen.
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Zürich Patrick Odier, der Präsident der Schweizerischen Bankiervereinigung, warnt davor, dass deutsche Anleger massenhaft aus der Schweiz ihr Geld abziehen könnten, sollte das geplante Steuerabkommen zwischen Deutschland und der Schweiz zustande kommen. „Sollte das deutsche Abkommen wirklich scheitern, müssten die Kunden mit erhöhter Unsicherheit rechnen. Ich fürchte, dass es deshalb zu einer starken Fluchtbewegung aus der Schweiz kommen wird", sagte Odier in einem Interview mit dem Handelsblatt.

Das Abkommen sieht vor, dass bisher unversteuerte Vermögen deutscher Anleger in der Schweiz mit Sätzen zwischen 21 und 41 Prozent nachversteuert werden. Die SPD-geführten Bundesländer wollen das Abkommen im Bundesrat scheitern lassen, da es in ihren Augen Steuerbetrüger besser stelle als ehrliche Steuerzahler. Außerdem könnten bis zum Inkrafttreten des Vertrages Anfang 2013 Steuerbetrüger noch in andere Finanzoasen fliehen.

Noch gibt es keinen Exodus deutscher Kunden. „Nach übereinstimmenden Aussagen von Schweizer Banken hat nur rund ein Prozent der Kunden in den vergangenen Monaten die Schweiz verlassen", erklärte Odier. Die meisten Kunden würden darauf hoffen, mithilfe des Abkommens oder über Selbstanzeige ihre Steuersituation zu bereinigen.

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  • Steuerfluch ist weltweit ein Problem. Es gilt in den „Gesellschaften“ klarzumachen, dass es zum Anstand des „Ehrbaren Kaufmannes“ gehört seine Steuern ordentlich zu zahlen. Zwar werden dann „jene“ mit der kriminellen Energie übrig bleiben, aber dann müssen die Nationen diese alle gleich hart bestrafen. Es gibt allerdings gerade in Deutschland eine Diskussion die Steuerflucht wohl begünstigt. Wenn man wegen der Staatshaushalte oder der „kapitalistischen“ Finanzkrise, ständig über neue Steuern, wie Vermögensabgaben nachdenkt, muss man sich nicht wundern, wenn die Besitzenden (Reiche) an Flucht denken. Ich denke wir sollten an das Grundproblem herangehen. - Kommunismus klappt nicht, denn die Menschen sind in Ihrem Streben (oder Gier) nicht alle gleich. Ergo müssen wir ein Ventil in Form von sammeln des Reichtums haben. Aber es muss Grenzen geben. Unternehmenslenker könne nicht das 300 fache des normalen Mitarbeiters verdienen! Eine Vermögensabgabe halte ich für falsch. Besser ist es beim Ableben, dass Geld wieder in den Kreislauf zubringen. Bis auf das Haus der Familie wird alles – auch Unternehmen - mit 50% besteuert. Den 50% Unternehmensteil muss der Staat 10 Jahr halten und die Erben können Ihn auslösen. Das kann auch jeder verstehen, der sich mit Volkswirtschaft beschäftigt und das sollte letztendlich jeder Bürger. Ich gehöre mit meiner Gattin zur oberen Mittelschicht. Mein Sohn hatte eine erstklassige Uni-Ausbildung und gehört heute zur Elite in seinem Job. Er braucht nicht noch von unserem Einkommen bzw. Erbe zu leben. Er kann seinen „Reichtum“ selbst gestalten und dass sollte jeder Mensch tun „müssen“. Nur Sohn oder Tochter sein, kann nicht sein. Das wäre denen gegenüber in der Gesellschaft die nicht über die besten Ausbildungsgelder verfügen – absolut ungerecht. Und wenn dann mein Erbe, jenen die Ausbildung finanziert, kann ich beruhigt das „Zeitliche segnen“.

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