Steuerhinterziehung
USA klagen weitere Schweizer Banker an

Die USA haben Anklage gegen vier weitere Mitarbeiter der Credit Suisse erhoben. Sie sollen reichen Amerikanern dabei geholfen haben, Geld über komplizierte Wege in die Schweiz zu schaffen. Der Bank drohen hohe Millionen-Strafen.
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New York/ ZürichIm Streit um die Herausgabe von Bankdaten amerikanischer Steuersünder erhöhen die US-Behörden den Druck auf die Schweiz. Die Staatsanwaltschaft in Alexandria im US-Bundesstaat Virginia erhob am Donnerstag gegen drei weitere Mitarbeiter der Großbank Credit Suisse (CS) und einen selbstständigen Schweizer Anlageberater Anklage wegen Betrugs und Beihilfe zur Steuerhinterziehung. Wegen desselben Vorwurfs haben die Justizbehörden in der vergangenen Woche eine formelle Untersuchung gegen die zweitgrößte Schweizer Bank eingeleitet. Bereits in Februar waren vier CS-Mitarbeiter angeklagt worden, darunter auch ehemalige. Auch die Basler Kantonalbank steht im Visier der amerikanischen Behörden und hat nach eigenen Angaben vor kurzem ein informelles Gespräch mit dem US-Justizministerium geführt.

Die Schweizer Regierung möchte die Vorwürfe und Anklagen durch ein Rahmenabkommen mit den USA aus der Welt schaffen. Die Amerikaner hätten die Gespräche aber abgebrochen, berichtete die „Sonntags-Zeitung“ unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Neben Kundendaten fordern die USA von den Schweizer Banken auch eine Buße in Milliardenhöhe. Wenn es nicht zu einer Einigung kommt, kann eine wachsende Zahl von Schweizer Bankern nicht mehr in die USA reisen, da sie mit ihrer Festnahme rechnen müssen. Nach Angaben des US-Justizministeriums geht es um versteckte Gelder von bis zu drei Milliarden Dollar, die zum Teil seit 1953 in der Schweiz liegen sollen und auch schwarz weitervererbt worden seien.

Unter den neu Angeklagten befindet sich auch der frühere Leiter der CS-Vermögensverwaltungsabteilung, die früher von der Schweiz aus reiche Amerikaner betreute. Mitarbeiter dieser Abteilung hätten in New York Kunden getroffen und beraten, obwohl Credit Suisse nicht über die erforderlichen Genehmigungen verfügt habe, hieß es in der Anklage. Nach Schweizer Recht ist das erlaubt. Zudem habe der Abteilungschef 2005 und 2007 die New Yorker Notenbank und die Steuerbehörde IRS im Hinblick auf die US-Geschäftsaktivitäten der Bank angelogen. Der freie Anlageberater soll Credit Suisse Kunden vermittelt und reiche Amerikaner bei der Gründung von Tarnfirmen unterstützt haben.

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Credit Suisse will kooperieren

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  • 16 Trillionen verschenkt :
    http://www.unelected.org/audit-of-the-federal-reserve-reveals-16-trillion-in-secret-bailouts

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