Steuerskandal
In Italien brodelt die Gerüchteküche

Ein schwarzes Konto in Liechtenstein gehörte in Kreisen italienischer Prominenter offenbar lange Zeit zum guten Ton. In den vergangenen Tagen veröffentlichen Medien erstmals einzelne Namen von Staatsbürgern mit Konten in dem alpinen Steuerparadies: von der Sängerin Milva über Politiker der Forza Italia bis hin zur Unternehmerfamilie des Haushaltsgeräteherstellers Zanussi.

MAILAND. Im Zuge des internationalen Datenaustauschs hatte auch das Finanzministerium in Rom eine Liste mit Italienern erhalten, die Konten in Liechtenstein führen. Einige Wochen war es auffallend still um die möglichen Namen geworden. Für Italien kommt der Skandal zu einem politisch äußerst heiklen Zeitpunkt. Denn am 12. und 13. April stehen in dem Mittelmeerland Neuwahlen an – und für einen Politiker, der gewählt werden will, gibt es kaum peinlicheres, als auf einer Liste potenzieller Steuerflüchtlinge aufzutauchen – selbst in Italien.

Bisher hatte nur der Politiker Rocco Buttiglione der christdemokratischen UDC, zugegeben, dass er ein Konto in Liechtenstein hat. Buttiglione, der vor vier Jahren wegen seiner Äußerungen gegen Homosexuelle nicht EU-Justizkommissar geworden ist, hat eigenen Angaben zufolge aber nur 3 000 Euro auf dem Konto, weil er in Vaduz an der „International Academy of Philosophy“ unterrichtet hat.

Die Namen, die in diesen Tagen durchsickern sind jedoch andere: Die bekannteste Persönlichkeit ist die Sängerin Milva, die in den 70er und 80er Jahren große Schlagererfolge feierte. Die Rothaarige soll unter ihrem echten Namen Maria Ilva Biolcati ein Konto bei der LGT führen, auf dem sieben Mill. Euro schlummern. Der Schlagerstar selbst bestreitet das: „Es ist unmöglich, dass mein Name auf der Liste steht. Ich war noch nie in Liechtenstein“, sagte sie der Zeitung „La Repubblica“. Niemals habe sie in ihrer 40-jährigen Karriere eine Lira oder einen Euro ins Ausland gebracht.

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