Stimmen zum Tod von Johannes Paul II.
Schröder: „Papst hat unsere eine Welt verändert"

Politiker in Deutschland haben mit Bestürzung auf den Tod des Papstes reagiert und hoben die Bemühungen Johannes Pauls II. für Frieden und Menschenrechte hervor.

HB DÜSSELDORF. Bundeskanzler Gerhard Schröder würdigte den verstorbenen Papst Johannes Paul II. als historische Persönlichkeit und Kämpfer für den Frieden auf der Welt. „Papst Johannes Paul II. hat Geschichte geschrieben; er hat durch sein Wirken und durch seine beeindruckende Persönlichkeit unsere eine Welt verändert“, hieß es in einem am Samstagabend veröffentlichten Kondolenzschreiben Schröders an den Dekan des Kardinalkollegiums, Kardinal Joseph Ratzinger. Der 84-jährige sei ein hoch geachtetes und geliebtes Oberhaupt der katholischen Kirche gewesen. Schröder nannte den gebürtigen Polen einen unermüdlichen und entschlossenen Kämpfer für den Frieden, für Menschenrechte, Solidarität und soziale Gerechtigkeit. Dafür habe er weltweit Anerkennung und Beachtung gefunden. Junge Menschen seien für den Papst Hoffnungsträger gewesen, erklärte Schröder weiter. „Sie werden seine Botschaft weitertragen.“

Bundesaußenminister Joschka Fischer bezeichnete den verstorbenen Papst Johannes Paul II. als „außergewöhnlichen Papst und herausragende Persönlichkeit“. „Seine Verdienste um den friedlichen demokratischen Umbruch in Mittel- und Osteuropa trugen mit zur Wiedervereinigung Deutschlands und zur Überwindung der Teilung Europas bei“, erklärte Fischer am Samstagabend. Er habe sich auch immer für die Erweiterung der Europäischen Union (EU) nach Mittel- und Osteuropa eingesetzt. Der Papst habe nicht nur Solidarität gezeigt, sondern sich auch aktiv um Konfliktlösungen und die Sicherung des Weltfriedens bemüht.

Mit großer Bestürzung reagierte die CDU-Vorsitzende Angela Merkel auf den Tod von Papst Johannes Paul II. Die Welt verliere „nicht nur eine große Gestalt der Kirchengeschichte, sondern auch eine Persönlichkeit, deren Wirken einen großen Platz in der Weltgeschichte einnehmen wird“, erklärte Merkel am Samstagabend. „Er hat einen wesentlichen Beitrag zur Überwindung der Diktaturen und des Eisernen Vorhangs quer durch Europa geleistet. Gerade wir Deutschen werden uns immer wieder mit großer Dankbarkeit an Papst Johannes Paul II. erinnern.“ Die CDU nehme „mit Dankbarkeit und Respekt Abschied von einer großen Persönlichkeit“.

Papst Johannes Paul II. habe in einer an überzeugenden Vorbildern armen Zeit nachdrückliche Zeichen gesetzt, „die von den Menschen verstanden und dankbar angenommen worden sind. Zu recht ist er als „personifiziertes Weltgewissen“ bezeichnet worden“, erklärte Merkel. Seine Kritik an dem Verlangen nach uneingeschränkter materieller Bedürfnisstillung, seine eindringlichen Warnungen „vor dem Irrtum, alles, was machbar ist auch für erlaubt zu halten, wiesen stets klare Alternativen auf und bleiben über seinen Tod hinaus bedeutsam“.

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