Straßenschlachten
In England weiten sich die Krawalle aus

Auch in der vierten Nacht hielten die Straßenschlachten an. Premier Cameron brachte 16.000 Polizisten in Stellung. In London kehrte langsam Ruhe ein, aber dann begannen Auseinandersetzungen in anderen Städten.
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LondonIn Großbritannien haben die Krawalle in der vierten Nacht in Folge angehalten. Zentrum der Gewalt war in der Nacht zum Dienstag die nordwestenglische Metropole Manchester. In London, wo es in den vergangenen Tagen zu den schwersten Ausschreitungen seit vielen Jahren gekommen war, blieb die Lage dagegen zunächst weitgehend ruhig. In der britischen Hauptstadt schreckte ein massives Polizeiaufgebot von 16.000 Polizeibeamten die Gewalttäter offenbar ab.

In Manchester lieferten sich Gruppen teils vermummter Jugendlicher Straßenschlachten mit der Polizei. „In den vergangenen Stunden hat sich die Polizei einer ungewöhnlich hohen Gewaltbereitschaft von Gruppen gegenübergesehen, die Unruhe stiften wollen“, sagte ein Polizeisprecher. Die Gewalttäter schlugen Scheiben von Geschäften ein und plünderten Läden. Ein Geschäft wurde in Brand gesetzt. Die Polizei war mit mehreren Hundertschaften vor Ort im Einsatz. Ein Polizeivertreter sprach von den schwersten Krawallen in Manchester in den vergangenen 30 Jahren.

Im Großraum Manchester wurden bereits in der Nacht mindestens 15 Menschen festgenommen, wie die Polizei mitteilte. Ein Anwohner sagte dem britischen Rundfunksender BBC, das Plündern habe über Stunden angehalten, nachdem es den Polizisten nicht gelungen sei, die Masse zurückzuhalten. Der Leiter des größten Einkaufszentrums der Stadt, Glen Barkworth, sagte der BBC, Jugendliche hätten Absperrgitter in die Türen von Geschäften geschleudert.

Auch in der zentralenglischen Stadt Wolverhampton wurden Geschäfte ausgeraubt, in West Bromwich Autos angezündet. In Salford in der Nähe von Manchester soll es zu Unruhen gekommen sein.

Aus West Bromwich nahe der zentralenglischen Stadt Birmingham wurden Zusammenstöße gemeldet. Dort errichtete eine Gruppe von rund 200 Menschen nach Angaben der Polizei Barrikaden, zündete Autos an und bewarf Polizisten. Auch in Birmingham selbst gingen die Krawalle am Dienstagabend weiter. Es ist die vierte Nacht in Folge, in der es in Großbritannien Krawalle gibt.

Die Krawalle waren am Samstagabend in der Hauptstadt ausgebrochen, als ein zunächst friedlicher Protest gegen die Erschießung eines jungen Manes durch die Polizei im Stadtteil Tottenham in Gewalt umschlug. Seither ist es in immer mehr Städten zu Ausschreitungen gekommen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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