Strauss-Kahn-Nachfolge
Juncker wettert gegen Merkels IWF-Vorstoß

Eurogruppenchef Juncker hat die von Kanzlerin Merkel angestoßene Debatte über einen Strauss-Kahn-Nachfolger kritisiert. China mahnte zu Fairness. Der IWF-Chef wurde derweil auf die Gefängnisinsel Rikers Island gebracht.
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BrüsselEinige Regierungen hätten diese Debatte begonnen, das sei nicht angemessen, sagte Jean-Claude Juncker am Montag nach dem Treffen der Eurogruppe in Brüssel. Er werde Strauss-Kahn, mit dem er befreundet sei, nicht den Rücktritt nahelegen. "Es war nicht schön, die Bilder heute Morgen zu sehen", sagte Juncker. "Das macht mich tief, tief traurig."

Merkel und andere EU-Spitzenpolitiker wollen wegen der Schuldenkrise auch künftig einen Europäer auf dem Chefsessel der mächtigen Finanzinstitution sehen. Der IWF beteiligt sich mit Milliardenhilfen an den Rettungspaketen für Griechenland, Irland und Portugal. „Wir wissen, dass auf mittlere Zeiträume sicherlich die Schwellenländer auch Anspruch haben - sowohl auf den Posten des IWF-Chefs als auch auf den Posten des Weltbank-Chefs“, sagte Merkel. Es gebe in der jetzigen Phase aber gute Gründe, dass Europa auch gute Kandidaten zur Verfügung habe.

Auch China schaltete sich in die Debatte um die Strauss-Kahn-Nachfolge ein. Die Auswahl der IWF-Führungsspitze solle auf der Basis von „Fairness, Transparenz und Leistung“ erfolgen, sagte die Sprecherin des Außenministeriums, Jiang Yu, am Dienstag in Peking. „Wir haben die Situation zur Kenntnis genommen, weitere Anmerkungen dafür wären unangemessen.“

Strauss-Kahn war am Samstag in New York festgenommen worden. Dem 62-Jährigen wird versuchte Vergewaltigung eines Zimmermädchens in einem Hotel, sexuelle Nötigung und Freiheitsberaubung vorgeworfen. Der nächste Gerichtstermin ist für Freitag angesetzt.

Strauss-Kahn wurde am Montagabend (Ortszeit) in das Gefängnis Rikers Island gebracht. Die riesige New Yorker Haftanstalt liegt auf einer Insel im East River. Dort werde er zumindest bis zum nächsten Gerichtstermin am Freitag eine etwa dreieinhalb mal vier Meter große Einzelzelle bewohnen, sagte ein Sprecher der Gefängnisbehörde dem US-Sender CNN.

Bislang war er in einer Polizeieinrichtung für Opfer von Sexualverbrechen im Stadtteil Harlem untergebracht. Eine Richterin hatte am Montag eine Freilassung Strauss-Kahns auf Kaution abgelehnt.

Strauss-Kahn werde keinen Kontakt zu anderen Gefangenen haben, da er als berühmte Persönlichkeit gesehen werde, sagte der Sprecher, der namentlich nicht genannt werden wollte. Auf Rikers Island sind weitere rund 14.000 Männer und Frauen inhaftiert, die eines Gewaltverbrechens oder anderer in New York City begangener Straftaten beschuldigt werden oder bereits dafür verurteilt wurden.

Unterdessen prüft die New Yorker Justiz, ob der IWF-Chef möglicherweise schon einmal eine Frau angegriffen hat. Es gebe entsprechende Hinweise, hieß es am Montag von der Staatsanwaltschaft. Der frühere Fall soll sich zwar außerhalb der USA abgespielt haben, aber - zumindest in groben Zügen - dem aktuellen Vorwurf gleichen. "Einige Informationen beinhalten Hinweise, dass er tatsächlich schon einmal ähnlich gehandelt hat wie in dem Fall, der ihm jetzt zur Last gelegt wird", sagte John McConnell von der Staatsanwaltschaft der "New York Times".

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  • Das der Chef-Verbrecher der EUdSSR seine Klappe immer noch nicht hält, ist der beste Beweis für das Demokratiedefizit der EUdSSR. Luxemburg hat weniger Einwohner als Dortmund. Aber Juncker meint auf Augenhöhe mit Merkel über deusches Steuergeld in Milliardenhöhe zu entscheiden und sich ständig in deutsche Angelegenheiten einzumischen und illegale Forderungen zu stellen, die gegen die Verfassung verstoßen!

    Dann hat er noch die Frechheit uns zu belügen und reißt ein paar Tage später schon wieder die Fresse auf, weil einer aus seimem Mafia-Clan im Knast sitzt.

    Strauss-Kahn soll in Amerika verrotten! Dieser Typ hat für lange Zeit zum letzten Mal für 3000 Dollar (auch deutsches) Steuergeld übernachtet (Deutschland ist drittgrößter Zahler)! Hoffentlich enden Juncker, Barroso und Trichet auch so! Verdient haben sie es alle mehrfach! Nieder mit der EUdSSR-Diktatur und dem Politbüro in Brüssel!


    P.S.: Seit Gründung des IWF hatte Frankreich den Vorsitz insgesamt 16 Jahre und Deutschland nur 4 Jahre, obwohl Deutschland mehr zahlt (auch hier muss es gerechter zugehen oder Deutschland zahlt weniger)!

  • Also Merkel reißt doch immer gleich ihre Klappe auf, sie glaubt doch, sie sei die große Weltstaatsfrau.
    Wann wird denn endlich am Lack der Merkel gekrazt?
    Mir scheint, da ist unsere Presse feige

  • Immerhin ein bestimmter zivilisatorischer Fortschritt, der Einfluss der "Zivilgesellschaft" macht sich eben doch bemerkbar.

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