Streit mit Japan
China schickt Schiffe zu umstrittenen Inseln

Im Inselstreit zwischen China und Japan ist keine Entspannung in Sicht. Nach Angaben der japanischen Küstenwache sollen zwei chinesische Schiffe in das von Japan beanspruchte Hoheitsgebiet gefahren sein.
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Tokio/PekingIm Streit zwischen China und Japan um die unbewohnte Inselgruppe im ostchinesischen Meer gibt es neue Spannungen. Zwei Kontrollschiffe des chinesischen Militärs fuhren nach Angaben der japanischen Küstenwache am Montag in die Zone der Inseln ein, die Japan als sein Hoheitsgebiet betrachtet. Die Schiffe verteidigten mit der Kontrollfahrt die Rechte Chinas, zitierte die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua die staatliche Ozean-Verwaltungsbehörde, in deren Auftrag die Boote unterwegs sind.

Bei Xinhua hieß es zudem, Japan habe in den vergangenen Tagen wiederholt Vorfälle rund um die Inselgruppe provoziert und damit die "territoriale Integrität" Chinas schwer verletzt. Nach Angaben der japanischen Küstenwache wurden die Schiffe zum Verlassen des Gebiets aufgefordert, reagierten aber nicht.

Die Inselgruppe - in China Diaoyu und in Japan Senkaku genannt - sorgt seit längerem für schweren politischen Streit. Beide Länder beanspruchen das Territorium jeweils für sich. Die Inseln liegen in fischreichen Gewässern, unter dem Ozean werden umfangreiche Gasvorkommen vermutet. Der Disput bedroht auch den Handel zwischen den beiden größten Volkswirtschaften Asiens. Viele japanische Firmen schlossen Filialen in China. In vielen Städten Chinas war es zu teilweise gewaltsamen anti-japanischen Protesten gekommen, nachdem die japanische Regierung jüngst trotz eindringlicher Warnungen Chinas einen Teil der Inselgruppe einem privaten, japanischen Besitzer abgekauft hatte.

Die Beziehung zwischen beiden Staaten ist bis heute von der japanischen Besatzung im Zweiten Weltkrieg geprägt, bei der Millionen Chinesen getötet wurden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Streit mit Japan: China schickt Schiffe zu umstrittenen Inseln"

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  • Schon lustig, wieviele Ostasienkenner es auf einmal gibt. Leute, die behaupten, die inseln würden eindeutig japan gehören und Leute, die behaupten, die inseln würden eindeutig China gehören.

    Und zur Begründung wird dann herausgekramt, welches Land irgendwann mal irgendetwas besetzt hat.

    Ganz grundsätzlich gedacht, "gehört" das Land als Bestandteil von Mutter Erde überhaupt niemanden. Bestenfalls noch den Menschen, die auf ihm leben und es nachhaltig bewirtschaften.

    Wenn man aber unbedingt in der Kategorie denken will, dass Gebiete einem Staat "gehören", dann ist die einzige streitvermeidende Lösung, den Status Qou zu akzeptieren. Das Elsaß "gehörte" mal zum Reich Karls des Großen, dann zum Lothringischen Reich, dann zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nationen, dann zu Frankreich, dann zum deutschen Kaiserreich und nun wieder zu Frankreich.

    Da könnte man sich ewig und drei Tage streiten, wem es denn nun eigentlich gehört und wer es wann mal wem weggenommen hat und mit welchem Recht. Man kann auch einfach akzeptieren, dass es jetzt zu Frankreich gehört, so wie Eupen-Malmedy zu Belgien, südtirol zu Italien, Königsberg zu Rußland und Schlesien zu Polen, etc.

    Und so mag es sein, dass mal China versucht hat Japan zu besetzen und mal umgekehrt, aber ob nun China an irgendwelchen konferenzen teilgenommen und Verträge unterschrieben hat oder nicht ist belanglos (unterschriebene Verträge, die China nicht passen, akzeptiert es auch nicht).

    Die inseln werden seit Jahren und Jahrzehnten von Japanern bewohnt oder zumindest besucht und verwaltet. Damit sind es japanische Inseln und wenn china den Staus Quo nicht akzeptieren will, ist China der Agressor.

  • Wir wäre es mal mit "strittig", "dahingestellt", "fragwürdig"? - Der Wortschatz schmilzt dahin wie die Demokratie in Europa.
    Wenn schon Allerweltspropaganda verbreitet wird, dann bitte von einen Studenten aufgepeppt mit angenehmen Wörtern. Ich lehne alles Umstrittene kategorisch ab.
    +++ Beitrag von der Redaktion editiert +++

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  • Eine japanische, nationalistisch eingestellte Familie.

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