Streit um Abgasnormen
Litauen schlägt längere Übergangsphase vor

Gute Nachricht für alle Hersteller von spritschluckenden Autos: Im EU-Streit über strengere Abgasnormen für Fahrzeuge deutet sich ein Kompromiss an. Litauen schlägt eine zwei Jahre spätere Einführung der Abgasziele vor.
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BrüsselIm Streit zwischen Deutschland und seinen EU-Partnern über strengere Abgasnormen für Autos sollen Kreisen zufolge längere Übergangsfristen die Lösung bringen. Wie die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag von mit der Sache vertrauten Personen erfuhr, schlägt Litauen, das die Präsidentschaft im EU-Rat innehat und die Verhandlungen mit dem Europäischen Parlament führt, eine zwei Jahre spätere Einführung der Abgasziele für die gesamte Fahrzeugflotte der Hersteller vor. Statt 2020 sollen die neuen Autos erst 2022 maximal 95 Gramm Kohlendioxid (CO2) je Kilometer ausstoßen dürfen. In den beiden Jahren zuvor soll ein noch zu bestimmender Anteil der Pkw diesen Wert erfüllen.

Vor allem BMW und Daimler dürften als Hersteller von spritschluckenden Oberklassewagen von einer längeren Übergangsphase profitieren. Einem EU-Diplomaten zufolge könnte der Kompromiss deshalb dazu dienen, den Streit beizulegen und alle Autobauer in Europa zufriedenzustellen.

Daneben soll die Anrechnung von Elektroautos großzügiger und länger ausfallen, hieß es von den Insidern weiter. Auch dieser Aspekt käme Herstellern zugute, die zwar einerseits immer mehr Elektrofahrzeuge produzieren, zugleich aber noch zahlreiche schwere Luxusautos im Angebot haben.

Von der litauischen Delegation hieß es lediglich, man arbeite an einem Kompromiss, der mehr Flexibilität erlaube. Einem anderen EU-Diplomaten zufolge wird das Thema am Mittwoch zwischen Vertretern der EU-Staaten in Brüssel besprochen, weil Italien um Informationen über den Stand der Vorgespräche mit dem EU-Parlament gebeten habe. Parlament, Mitgliedsstaaten und EU-Kommission wollen dann kommende Woche über das umstrittene Thema verhandeln.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte sich im Sommer gegen einen Kompromiss gesperrt, der zwischen den drei EU-Institutionen ausgehandelt worden war und strengere Abgasnormen für Pkw ab 2020 vorsah. Die Bundesregierung sprach sich zuletzt dafür aus, das Limit erst über einen größeren Zeitraum einzuführen. Laut einem Reuters vorliegenden Papier war von einem Übergang von vier Jahren die Rede, also zwei Jahre mehr, als nun im litauischen Entwurf vorgeschlagen wird.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Streit um Abgasnormen: Litauen schlägt längere Übergangsphase vor"

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  • ja raus aus der EU.
    die Hirmwäsche fängt ja schon auf dem Nummernschild an. Zwangstragen von Sternen, war früher auch schon mal.

  • Die Norm ist Unfug. Freuen dürfen sich die Franzosen, deren kleine Modelle zwar weniger CO2, dafür aber mehr NOx ausstoßen.

    Dabei sind die Stickoxide viel gefährlicher als CO2.

    Die EU kann nur noch eins: Reglementieren, verbieten und überwachen. Deshalb raus aus der EUdssr!

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