Streit um Atombombenabwurf
Japans Verteidigungsminister tritt zurück

Der japanische Verteidigungsminister Fumio Kyuma hat seinen Rücktritt erklärt. Grund: Ein Streit um seine Äußerungen zu den amerikanischen Atombombenabwürfen über Japan im Zweiten Weltkrieg.

HB TOKIO. Der in einem Umfragetief steckende japanische Ministerpräsident Shinzo Abe hat gut drei Wochen vor Parlamentswahlen einen neuen Rückschlag erlitten. Verteidigungsminister Fumio Kyuma erklärte am Dienstag nach heftig kritisierten Äußerungen zu den Atombombenabwürfen der USA 1945 über Hiroschima und Nagasaki seinen Rücktritt.

Wie japanische Medien berichteten, nahm Abe das Rücktrittsangebot an. Kyuma hatte erklärt, die Atombombenabwürfe hätten dem Zweiten Weltkrieg ein Ende bereitet und den Kriegseintritt der Sowjetunion gegen Japan verhindert. Deswegen seien sie nicht zu ändern gewesen. Die Äußerung hatte einen Sturm der Kritik ausgelöst.

In Abes Regierungspartei LDP wurde befürchtet, dass sich der Wirbel um Kyuma negativ auf die Oberhauswahl am 29. Juli auswirken könnte. Bereits zuvor wurde Abe von Skandalen um Mitglieder seines Kabinetts geplagt. Im Mai hatte Agrarminister Toshikatsu Matsuoka, der in einen Korruptionsskandal verwickelt war, Selbstmord begangen.

Zuvor waren zwei andere Kabinettsmitglieder wegen Skandalen zurückgetreten. Nach jüngsten Umfragen japanischer Tageszeitungen sank die Zustimmungsrate für Abes Regierung auf bis zu 28 Prozent. Demnach unterstützen bis zu 52 Prozent sein Kabinett nicht. Das sind die schlechtesten Umfragewerte seit Abes Amtsantritt im September.

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