Streitkräfte belagern Extremisten
Einäugiger Islamist steckt hinter Geiselnahme in Algerien

Regierungstruppen haben die Extremisten, die knapp 40 Ausländer in ihrer Gewalt haben, eingekesselt. Hintergrund der Geiselnahme sind die Kämpfe in Mali. US-Verteidigungsminister Panetta spricht von einem Terroranschlag.
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AlgierDie blutige Geiselnahme auf einem Erdgasfeld in Algerien entwickelt sich zum Nervenkrieg. Regierungstruppen blockierten am Donnerstagmorgen weiterhin den Fluchtweg der Extremisten und kesselten sie mit Soldaten und Hubschraubern ein. Zuvor hatten die Islamisten nach eigenen Angaben 41 Ausländer auf dem Gelände im Süden des Landes in ihre Gewalt gebracht, mindestens zwei wurden getötet. Die algerische Regierung lehnt Verhandlungen mit den ringsum belagerten Geiselnehmern kategorisch ab.

Inzwischen haben die Regierungen Irlands, Norwegens, Großbritanniens, Japans und der USA bestätigt, dass Staatsbürger ihrer Länder gefangen genommen wurden. Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe geißelte den Überfall als "unverzeihlich". Zu dem Angriff bekannte sich laut einem Bericht der mauretanischen Nachrichtenagentur NIA die dem Terrornetzwerk Al-Kaida nahestehende "Maskierte Brigade" des einäugigen Extremistenführers Moktar Belmoktar. Zuvor hatte Algerien der französischen Luftwaffe wegen ihres Kampfes gegen die Rebellen im benachbarten Mali Überflugrechte gewährt und sich damit den Zorn der Islamisten zugezogen.

"Die Vereinten Nationen haben grünes Licht für diese Intervention gegeben, und alle westlichen Länder werden den Preis dafür zahlen", sagte ein Vertrauter Belmoktars der Nachrichtenagentur AP. "Jetzt tragen wir unseren Konflikt in die Welt hinaus."

Der algerische Innenminister Daho Ould Kabila sprach lediglich von "ungefähr 20" Geiseln, eine genaue Zahl ist schwer zu ermitteln. Durch die Regierungen ihrer Heimatländer definitiv bestätigt ist die Verwicklung von sieben amerikanischen und 13 norwegischen Geiseln. Nach Berichten der staatlichen Nachrichtenagentur wurden auch Hunderte algerische Arbeitskräfte gefangen genommen, später aber nach und nach unversehrt freigelassen.

Der Erdgaskomplex Ain Amenas, auf dem sich das Geiseldrama abspielt, liegt 1.300 Kilometer südlich der Hauptstadt Algiers tief in der Sahara-Wüste. Der britische Ölkonzern BP betreibt das Gasfeld zusammen mit dem norwegischen Energiekonzern Statoil und dem algerischen Staatsunternehmen Sonatrach. Die japanische Firma JGC Group ist als Dienstleister vor Ort.

Nach algerischen Regierungsangaben hatten 20 schwer bewaffnete Angreifer in drei gepanzerten Fahrzeugen am Mittwoch zunächst einen Bus mit Mitarbeitern der Gasanlage attackiert, der auf dem Weg zum nahegelegenen Flughafen war. Unter den Opfern sind demnach ein Brite und ein Algerier, hinzu kommen sechs Verletzte, darunter ebenfalls zwei Briten und ein Norweger. Örtlichen Medienberichten zufolge soll es bereits erste Gefechte zwischen den Streitkräften und den Extremisten gegeben haben.

"Algerien wird nicht auf die Forderungen von Terroristen eingehen und lehnt jegliche Verhandlungen ab", sagte Kabila und nährte damit Spekulationen über eine gewaltsame Geiselbefreiung. Meldungen wonach die Angreifer aus Mali oder Libyen stammen sollen, wies er zurück.

Algerien ist das größte Land auf dem afrikanischen Kontinent und gilt als Verbündeter der USA und Frankreichs im Kampf gegen den internationalen Terrorismus. Die Beziehungen zwischen Algiers und Paris sind allerdings latent belastet durch die jahrzehntelangen Spannungen mit der früheren Kolonialmacht und den blutigen Unabhängigkeitskrieg vor 50 Jahren.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Sorry, aber die Zahlenspielereien sind mir jetzt ein bisschen zu wild. Eben waren's noch acht, dann 41, dann waren von den 41 Geiseln 35 tot und 7 noch vermisst, das ging schon nicht mehr ganz auf. Dann sagte das algerische Militär es wären immer nur 20 gewesen, davon wären jetzt ein paar tot, nachdem man versucht hätte, die Geiseln per Luftschlag (!?!) zu befreien, man sei aber auch am boden unterwegs. Jetzt waren es auf einmal immer schon 700, von denen hat man 650 befreit, und 60 werden noch vermisst (haben die in den paar Tagen 10 Kinder gekriegt oder was?) Zumindest die betroffenen Ölfirmen sollten doch wissen, wieviele mitarbeiter zum Zeitpunkt des Islamistenüberfalls auf ihrem Feld herumsprangen (oder waren das jetzt Überfälle auf Feldern?)und wieviele dieser Mitarbeiter sich in den letzten Tagen nicht mehr gemeldet haben.

    Bei mir entsteht so langsam der Verdacht, mit der ganzen Geiselnahme stimmt was nicht. Ist das jetzt die Reality Version von einem Kinofilm, in dem über einen Krieg berichtet wird, den es nie gab, oder wie darf ich das verstehen?

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